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07.09.2017

Rückblick zum 70-jährigen Firmenjubiläum der Kreiselpumpenfabrik Emile Egger

Pumpenfabrik Emile Egger in Cressier, Neuenburg (CH) Anfang der 1950er Jahre (Foto: Emile Egger)

Januar 1944: Der Verfahrensingenieur Emile Egger plant und baut die Fabrikationsanlage für die Kartoffelstärkefabrik Cisac SA in Cressier. Der kriegsbedingte Mangel an Baustoffen macht diese Aufgabe besonders schwer, im September 1944 ist die Anlage dennoch anfahrbereit.

Ein sehr gutes Kartoffel-Erntejahr wird für die Stärkefabrik zur Katastrophe, denn alle Pumpen versagen und können das stark gashaltige Gemisch aus Fruchtwasser, Kartoffelpulpe und Stärke nicht fördern.In schlaflosen Nächten entwickelt Emile das Egger-Laufrad und setzt dieses in die bestehenden Pumpen ein. Am 2. Oktober 1944 läuft die Stärkefabrik Cressier einwandfrei und die Stärkefabrikation kann stetig optimiert werden.

Die Fabrikation von Futterflocken in der Stärkefabrik Cressier war jedoch kriegsbedingt und mit Ende des 2. Weltkriegs wurde auch der Betrieb zurückgefahren. Im Dezember 1946 meldet Emile Egger die Egger-Pumpe in 25 Staaten zum Patent an und entschliesst sich, seine eigene Pumpen-Fabrik auf der anderen Strassenseite zu eröffnen.

Am 29. Oktober 1947 läuft die erste Drehbank der Pumpenfabrik Emile Egger an und die junge Firma produziert mit zwei Angestellten und zwei Arbeitern die ersten eigenen Egger-Pumpen. Im April 1948 wird die Einzelgesellschaft in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt; zu den ersten Kunden zählen grosse Papierfabriken wie Biberist, Balsthal, Landqart aber auch Chemiewerke wie Geigy und die Maschinenfabrik Escher-Wyss. Als erstes Schweizer Unternehmen führt Emile Egger 1949 die 5-Tage-Woche ein.

Ende der 50er Jahre laufen in unzähligen Industriebetrieben Egger-Pumpen insbesondere in der Papierindustrie. In dieser Zeit wird auch der Iris Blenden-Regulierschieber geboren, ein neuartiges hochpräzises Regulierorgan. Durch die Fähigkeit auch dickflüssige und faserhaltige Medien regeln zu können, findet der patentierte Iris Schieber vorwiegend in der Papier- und Zuckerindustrie seinen Einsatz.

Ein entscheidender Meilenstein in der Firmengeschichte ist die Entwicklung der einzigartigen Turo Freistrom-Pumpe, die Mutter der Vortexpumpen. Im Jahr 1959 wird sie in über 30 Ländern zum Patent angemeldet. Diese revolutionäre Pumpe mit völlig freiem Pumpendurchgang wird zum Markenzeichen der Firma Egger und trägt entscheidend zum stetigen Wachstum des Unternehmens bei. Die Turo Pumpe eröffnet völlig neue Märkte und Egger macht sich über die Jahre einen Namen als Problemlöser bei schwierigen, zu Verstopfung neigenden Medien. 1971 verlässt die 10‘000. Turo Pumpe das Werk in Cressier.

Ende der 1970er Jahre wird ein breit angelegtes Forschungsprojekt lanciert. 1981 können die Patente für eine völlig neu entwickelte Freistrompumpen-Generation niedergelegt werden. Mitte der 1980er Jahre entsteht die Prozesspumpen-Baureihe EO/EOS als Weiterentwicklung der ursprünglichen Egger-Pumpe. In den nächsten Jahren folgen zahlreiche Produktanpassungen und Sonderentwicklungen und Egger festigt seinen Namen als Prozessoptimierer und Problemlöser.

Mit der Einführung der Hochdruckbaureihe HT/HPT Ende der 1990er Jahre werden neue Märkte für Reaktoranlagen in der Chemischen Industrie erschlossen. Es folgen viele anwendungsspezifische Sonderpumpen, welche unseren Kunden langfristig und individuell ihre Produktivität sicherstellen.

In den letzten Jahren ist die Förderung von Rohabwasser für viele Betreiber zunehmend anspruchsvoller, was vor allem durch eine Aufkonzentrierung der Abwasserschmutzfracht und einer starken Zunahme von reissfesten Feuchttüchern verursacht wird. Egger hat sich der Verstopfungsproblematik von Rohabwasserpumpen angenommen und im Jahr 2012 eine neu entwickelte Freistrompumpe zum Patent angemeldet. Die Turo TA Freistromhydraulik für Rohabwasser sorgt durch ihren störungsfreien Betrieb für eine hohe Betriebssicherheit und ermöglicht eine deutliche Reduzierung der Betriebskosten. Sie hat sich seit Jahren in vielen Pumpstationen bewährt, auch bei kritischen Anlagen, die vorher regelmässig zu Verstopfungen neigten.

Heute werden alle Pumpen nach Kundenwunsch frei konfiguriert und in allen metallischen Werkstoffen oder am Markt verfügbaren Abdichtungen angeboten. Unser regionaler, endkundenorientierter Service rundet das Portfolio an Prozesspumpen ab.

Als unabhängiges Familienunternehmen hat Egger im Laufe der Jahre Tochtergesellschaften in zehn europäischen Ländern, in Asien und in Nordamerika aufgebaut. Ein Netzwerk von Handelspartnern ergänzt die Präsenz in Kundennähe. Der hohe Qualitätsanspruch und auf Langlebigkeit ausgerichtete Produkte verkörpern zusammen mit Schweizer Innovationsgeist die Philosophie der Firma Egger.

Bild: Pumpenfabrik Emile Egger in Cressier, Neuenburg (CH) Anfang der 1950er Jahre (Foto: Emile Egger)

Quelle: Emile Egger

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