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31.07.2017

Wasserhaltung bei RWE-Mátrai - Tsurumi bleibt hart

Vollauf überzeugt vom Lieferantenwechsel bei ihren Schmutzwasserpumpen zeigt sich die RWE-Tochter Mátrai Erőmű Zrt, Betreiberin des zweitgrößten Kraftwerks in Ungarn.

RWE-Power führt die Anlage zusammen mit EnBW und den Ungarischen Elektrizitätswerken MVM, die Minderheitsbeteiligungen halten. Mit einer Jahresproduktion von 6260 GWh aus 950 MW installierter Leistung hat das Kraftwerk einen Anteil von etwa 18 Prozent an der Stromproduktion des Landes. Verfeuert wird hauptsächlich Braunkohle: Die 9 Millionen Tonnen Jahresförderung stammen aus den Tagebauen im nahen Visonta und dem etwa 50 km entfernten Bükkábrány. Über 2000 Mitarbeiter zählt der Betriebsverbund am Fuße des Mátri-Gebirges östlich von Budapest.

Nicht zuletzt durch das Kohle-Abraum-Verhältnis von 1:8 und dem Sandsteinanteil stellt die Wasserhaltung in Visonta eine Herausforderung dar. „In 2013 mussten wir handeln“, blickt Béla Hernádi, Manager Dewatering Division, bei Mátrai zurück. „Die Pumpen sind durchschnittlich alle vier Wochen ausgefallen“. Abrasion sei der Hauptgrund gewesen. „Die Kosten-Nutzenrechnung ist einfach nicht mehr aufgegangen“. Verwendet wurden Marken-Pumpen aus europäischer Produktion. Mátrai ließ sie kurzerhand komplett ersetzen.

Bei der Neuauswahl machte der japanische Hersteller Tsurumi das Rennen. Das Unternehmen mit Europa-Zentrale in Düsseldorf ist auch in Ungarn vertreten. Dessen Experten setzten die Wasserhaltung von Grund auf neu auf.

Mehrere Pumpenstationen wurden für eine dreistufige Entwässerung der Grube bedarfsgerecht konfiguriert. Die Hauptlast sollten Tauchmotorpumpen des Typs LH622 übernehmen. Tsurumi hat sie für tiefe Baugruben in verschleißbeständiger Bauweise entwickelt. Das Modell mit 22 kW Motorleistung fördert 3750 l/min und schafft Förderhöhen bis 54 Meter. Die Konstrukteure schufen eine gute Basis für lange Standzeiten: Extrem widerstandsfähige Materialien wie Sphäroguss GGG45 und Grauguss GG20 für das Gehäuse, Chromgusseisen für das geschlossene Freistromlaufrad und Siliziumkarbid für die Wellendichtung im Ölbad stehen beispielhaft dafür. „Dank lageunabhängiger Zwangsschmierung stellt sogar der schwierige Schlürfbetrieb oder gar Trockenlauf bei niedrigem Wasserpegel keinen kritischen Zustand für diese Pumpen dar“, unterstreicht Birger Schmidt vom Vertrieb des Herstellers.

Die 622 ist ein vergleichsweise kleines Modell innerhalb der leistungsstarken LH-Baureihe (indes, wir sprechen hier von einem Aggregat mit 350 kg Trockengewicht bei knapp 1,4 m Bauhöhe). Es ist nicht das einzige in Visonta, denn der Hersteller hat bedarfskonform weitere Modelle anderer Baureihen mit Förderleistungen von 980 bis 5375 l/min installiert. Darunter auch „Langsamläufer“ aus der KRS-Serie, die mit nur 1450 U/min schon allein motorseitig auf Minimalverschleiß ausgerichtet sind.

Heute, über drei Jahre nach der Umrüstung, darf sich die Bilanz der Maßnahme sehen lassen. Das Pumpensystem meistere die Wasserhaltung effizient, hieß es. Doch wichtiger: Alle gelieferten Pumpen liefen noch immer und erforderten nur moderate, in keiner Weise mit dem Ausgangszustand vergleichbare Aufwendungen für Wartung und Instandsetzung, so Hernádi. Überschaubar ist die heutige Installation allemal: Nur noch 16 statt zuvor 31 Pumpen sind zur Wasserhaltung erforderlich.

Quelle: Tsurumi

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