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15.12.2016

1. Wilo Wassertage: Seminarreihe auch in Baden-Württemberg erfolgreich

Freiburg - 1. Wilo Wassertage (Foto: Wilo)

Am 17. November 2016 veranstaltete die Firma Wilo die 1. Wilo Wassertage im Dorint Hotel An den Thermen. Dies war die Auftaktveranstaltung der Seminarreihe „Wilo Wassertage“ in Baden-Württemberg, die schon in anderen Regionen, wie Regensburg und Augsburg sehr erfolgreich läuft.

Unter dem Leitthema „Veränderungen in der Wasserwirtschaft“ trugen 6 Referenten Ihre Praxiserfahrung vor. Dem erhaltenen Feedback zu urteilen, kam die Veranstaltung sehr gut bei den eingeladenen Planern und Betreiben an. Die Tagung bot eine hervorragende Plattform für Erfahrungsaustausch und die Diskussion über referierte Themen.

Die Tagung begann um 08:30 Uhr mit der Begrüßung der Teilnehmer durch den Vertriebsleiter Water Management Herrn Marcus Neppl. Im Anschluss folgten fünf um die 60-minütigen Vorträge von Referenten aus der Praxis.

Den Auftakt gestaltete Frau Dr.-Ing. Ilka Teermann mit ihrem Thema „Industrie 4.0 – Was machen wir damit in der Praxis der Wasserversorgung“. Ihre Schwerpunkte lagen in den Hintergründen und Zielen von Industrie 4.0, bei den grundsätzlichen Anwendungsfeldern und den Voraussetzungen für die Installation von Industrie 4.0 – Systemen. Weiterhin sprach Sie über Anwendungsfelder in den Anlagen der Wasserversorgung, Grundsätzen der Automatisierung und den Nutzen von Industrie 4.0 in der Wasserwerksautomatisierung. Sie ging außerdem auf die Konsequenzen für bestehende Systeme (und Organisationen) sowie den Nutzen über die Produktionsoptimierung hinaus ein.

Anschließend klärte Herr Eckhart Stetter (dreher+stetter Ingenieurgesellschaft) mit seinem Vortrag „Beispielhafte Modernisierung eines Wasserwerkes entsprechend den Regeln der Technik unter Berücksichtigung der Energieeffizienz?“ die Teilnehmer zu folgenden Inhalten auf. Zitat von Eckhart Stetter: „Bei einer Vielzahl der bestehenden Wasseraufbereitungsanlagen stehen Sanierungen an, um den Regeln der Technik zu entsprechen und die Vorgaben der Trinkwasserverordnung zu erfüllen. Gleichzeitig steigt der Komfortbedarf, sodass der Wunsch nach weichem Wasser in vielen „härtegeplagten“ Gebieten immer stärker wird. Daher wird bei der Modernisierung der Wasseraufbereitungsanlagen häufig auf die Membrantechnik zurückgegriffen, Zweischichtfiltration wird durch Ultrafiltration ersetzt, für die zentrale Enthärtung kommen Nanofiltrations- bzw. Niederdruckumkehrosmoseanlagen zum Einsatz. Durch diese gestiegenen Anforderungen steigt auch der Energiebedarf in den Wasserwerken an. Daher ist es sinnvoll und auch wichtig, auf die Energieeffizienz der eingesetzten Aggregate zu achten. In manchen Anlagen ist es auch sinnvoll, über Energierückgewinnungsturbinen oder Photovoltaikanlagen einen Teil des Eigenenergiebedarfes zu decken. An einem Beispiel wollen aufzeigen, welche Möglichkeiten hier bestehen.“

Dipl.-Ing. Bernd Husemann, Geschäftsführer der Airvalve Control referierte über das Thema „Schutz hydraulischer Systeme vor Luftansammlungen, Unterdruck und Druckstoß“. In seinem Vortrag ging es darum, dass ein effizienter Betrieb von Druckleitungen Vollfüllung voraussetzt. So gilt es, Luftansammlungen durch fachgerechte Planung zu vermeiden, weil diese den Strömungswiderstand erhöhen und zugleich eine Verkeimungsgefahr für Trinkwasserleitungen darstellen. Das produkt-neutrale Referat von Airvalve verdeutlichte im Weiteren die Ursache und Wirkung dynamischer Druckänderungen, sowie die Gefahren von Unterdruck und Druckstoß an diversen Praxisbeispielen mit Darstellung der physikalischen Hintergründe.

Mario Hübner von Wilo führte nicht nur durch die Veranstaltung, sondern sprach als 4. Referent in seinem Fachvortrag über „Die Energieeffiziente Wasserförderung Mit nass- und trockenaufgestellten Pumpaggregaten“

Er sagte: „Eine der zukünftigen Herausforderungen der Wasserwirtschaft, global sowie in D-A-CH, wird es sein, Versorgungs- und Entsorgungsprozesse energetisch zu optimieren oder neue energieeffiziente Systeme aufzubauen. Der Einsatz von Frequenzumformern, der Austausch von Pumpen und Motoren (teilweise mit höheren Energieeffizienzklassen, in Anlehnung der IEC 60034-30-1 / (-2) Klasse IE 3 bis IE 5 und der Einsatz ganz neuer und optimal ausgelegter Pumpensysteme mit Sonderbeschichtungssystemen werden daher in Zukunft unumgänglich.“

Hübner stellte in seinem Vortrag die neue Baureihe, „Wilo-Zetos K8“, in der Werkstoffausführung 1.4408 und 1.4517 – mit wahlweise angebauten Permanentmagnetmotoren und hohen Aggregatswirkungsgraden vor. Durch die Nähe zur Schweiz behandelte er auch das Thema Hocheffiziente Unterwassermotorpumpen: Eine Alternative zur Bohrlochwellenpumpe.

Während seiner Ausführungen wurde deutlich, dass Unterwassermotorpumpen mit hohen Wirkungsgraden – eingebaut im Druckmantel für Trockenaufstellung, wieder energieeffizienter und interessanter werden. Aber auch Normmotoren mit Kreiselpumpen für den Wassertransport wurden betrachtet. Im Vortrag wurden mehrere praktisch umgesetzte Beispiele aufgezeigt und über ein Wirtschaftlichkeitsprogramm verdeutlichte Hübner die Möglichkeiten der Einsparung von Kosten und die Amortisationszeit neuer Aggregate für den Kunden. Am Ende der Veranstaltung gab er dann einen Ausblick Wasser 4.0 unter anderem an einer Webbasierten Überwachung mit Echtzeit Brunnenmanagement – Live im Brunnen.

Für den letzten aber sicher nicht minderen Vortrag hat Wilo, Herrn Dr.-Ing. Sebastian Wulff von der TU Berlin als Ersatz für Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Beims eingeladen, der leider aus gesundheitlichen Gründen nicht erscheinen konnte. Wulff befasste sich in seinem Vortrag mit dem Thema „Energieeffizienz von Trinkwassernetzen – vom Brunnen zum Verbraucher“. Er referiert mit den Worten: „Die Trinkwasserversorgung ist mit zum Teil über 130 Jahren alten Netzwerken in Hinblick auf die Energieeffizienz mit massiven Herausforderungen konfrontiert. Hinzukommen sich ändernde Anforderungen an die Wasserinfrastruktur durch den demographischen Wandel sowie Klimawandel.

Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts Wasser in Ballungsräumen der Technischen Universität Berlin werden umfassend Aspekte der Wasserversorgung in Ballungsräumen, insbesondere Berlin, erforscht. Das Fachgebiet Fluidsystemdynamik von Prof. Dr.-Ing. Paul Uwe Thamsen führt Untersuchungen entlang der gesamten Versorgungskette durch. Angefangen bei Untersuchungen zu Schadensbildern an Brunnenpumpen bzw. Unterwassermotorpumpen, einem Energieaudit des Wasserwerks Tegel bis hin zu Simulationen gesamter Versorgungsnetze.

Durch die Vernetzung von Pumpen mit Sensoren, Pumpstationen untereinander sowie zentralen Steuereinrichtungen gewinnen Wassersysteme ein neues Niveau an Flexibilität. Der Fokus verschiebt sich von bloßer zentraler Überwachung der gesamten Infrastruktur zu einer „Intelligenz“ auf allen Ebenen durch Vernetzung, hinunter bis zur Pumpe, die ihren Betrieb mit vernetzter Sensorik selbstständig überwacht und mit dem Netzwerk ihren Status kommuniziert. Dieser systematische Ansatz steht im Kern von „Wasser 4.0“. Erwartet werden entscheidende Fortschritte zur Optimierung der Bewirtschaftung der Infrastruktur: Kanalnetze, Pumpstationen, Brunnenfelder, Druckrohrnetze sowie Wasserwerke und Klärwerke.“

In der Abschlussdiskussion sagte Herr Mario Hübner noch ein paar Worte zum Thema „Wasser 4.0“ und zeigte eine Webbasierte Live-Überwachung eines Brunnens.

Wilo bedankt sich bei allen Referenten und auch Gästen für eine erfolgreiche Tagung und hofft das mit diesem Seminar einige Praxiserfahrungen und auch Neuigkeiten und Informationen aus der Wasserwirtschaft mitgegeben werden konnten.

Das nächste Fachsymposium dieser Art findet im Mai in Heiligental bei Lüneburg statt.

Bild: Freiburg - 1. Wilo Wassertage (Foto: Wilo)

Quelle: Wilo

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