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04.11.2016

Positiver Rückblick auf die 2. Wilo Wassertage

Positiver Rückblick auf die  2. Wilo Wassertage (Foto: Wilo SE)

Am 12. und 13. Oktober 2016 veranstaltete die Firma Wilo Ihre 2. Wassertage im Steigenberger Drei Mohren. Unter dem Leitthema „Veränderungen in der Wasserwirtschaft“ trugen sechs Referenten ihre Praxiserfahrung vor.

Dem erhaltenen Feedback zu urteilen, kam die Veranstaltung sehr gut bei den eingeladenen Planern und Betreiben an. Die Tagung bot eine hervorragende Plattform für Erfahrungsaustausch und die Diskussion über referierte Themen.

Am Abend lud Wilo die Gäste noch zum gemeinsamen 3-Gänge-Dinner ein. Der nächste Tag bot für Interessierte eine Führung im Wasserwerk Augsburg.

Der 12. Oktober 2016 begann um 08:30 Uhr mit der Begrüßung der Teilnehmer durch den Vertriebsleiter Water Management Herrn Marcus Neppl. Im Anschluss folgen sechs 60-minütige Vorträge von Referenten aus der Praxis.

Wie im Programm angekündigt sollte Frau Dipl.-Ing. Andrea Wörle von den Stadtwerken Augsburg mit dem Thema „Systemoptimierung Wasserwerk Lochbach – Erfahrungen bei der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen“ beginnen. Leider musste Sie aus gesundheitlichen Gründen ihren Vortrag an ihren Kollegen Herrn Robert Hörmann abgeben. Er stellte zu Beginn kurz das Unternehmen „Stadtwerke Augsburg“ und das Versorgungsgebiet vor. Anschließend stellte er das Projekt des Wasserwerkes Lochbach vor. Der Gedanke des Projekts war es, den aufgrund der topographischen Lage anstehenden Vordruck einer Transportleitung sinnvoll zu nutzen. Mit der Zeit entwickelte sich daraus eine grundlegende Systemoptimierung eines der wichtigsten Wasserwerke der Augsburger Trinkwasserversorgung.
Das Ziel war, den Betrieb des Wasserwerks, der zugehörigen Brunnen und des Tiefbehälters so zu gestalten, dass Energie (= Kosten) eingespart wird. Zudem sollte die hohe Qualität des Wassers erhalten bleiben und die Projektumsetzung in einem wirtschaftlichen Rahmen erfolgen. Er referierte über die Erfahrungen, die die Stadtwerke Augsburg damit gemacht haben und welche „Stolpersteine“ / Randbedingungen ein solches Projekt noch beeinflussen können.

Anschließend hat Wilo Herrn Dr.-Ing. Sebastian Wulff von der TU Berlin als Ersatz für Herr Dr. Werner Knorr eingeladen. Er befasste sich in seinem Vortrag mit dem Thema „Energieeffizienz von Trinkwassernetzen – vom Brunnen zum Verbraucher“. Er referiert mit den Worten: „Die Trinkwasserversorgung ist mit zum Teil über 130 Jahren alten Netzwerken in Hinblick auf die Energieeffizienz mit massiven Herausforderungen konfrontiert. Hinzukommen sich ändernde Anforderungen an die Wasserinfrastruktur durch den demographischen Wandel sowie Klimawandel. Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts Wasser in Ballungsräumen der Technischen Universität Berlin werden umfassend Aspekte der Wasserversorgung in Ballungsräumen, insbesondere Berlin, erforscht. Das Fachgebiet Fluidsystemdynamik von Prof. Dr.-Ing. Paul Uwe Thamsen führt Untersuchungen entlang der gesamten Versorgungskette durch. Angefangen bei Untersuchungen zu Schadensbildern an Brunnenpumpen bzw. Unterwassermotorpumpen, einem Energieaudit des Wasserwerks Tegel bis hin zu Simulationen gesamter Versorgungsnetze. Durch die Vernetzung von Pumpen mit Sensoren, Pumpstationen untereinander sowie zentralen Steuereinrichtungen gewinnen Wassersysteme ein neues Niveau an Flexibilität. Der Fokus verschiebt sich von bloßer zentraler Überwachung der gesamten Infrastruktur zu einer Intelligenz auf allen Ebenen durch Vernetzung, hinunter bis zur Pumpe, die ihren Betrieb mit vernetzter Sensorik selbstständig überwacht und mit dem Netzwerk ihren Status kommuniziert. Dieser systematische Ansatz steht im Kern von Wasser 4.0 . Erwartet werden entscheidende Fortschritte zur Optimierung der Bewirtschaftung der Infrastruktur: Kanalnetze, Pumpstationen, Brunnenfelder, Druckrohrnetze sowie Wasserwerke und Klärwerke.“

Dipl.-Ing. Bernd Husemann, Geschäftsführer der Airvalve Control referierte über das Thema „Schutz hydraulischer Systeme vor Luftansammlungen, Unterdruck und Druckstoß“. In seinem Vortrag ging es darum, dass ein effizienter Betrieb von Druckleitungen Vollfüllung voraussetzt. So gilt es laut Husemann, Luftansammlungen durch fachgerechte Planung zu vermeiden, da diese den Strömungswiderstand erhöhen und zugleich eine Verkeimungsgefahr für Trinkwasserleitungen darstellen. Das produktneutrale Referat von Airvalve verdeutlichte im Weiteren die Ursache und Wirkung dynamischer Druckänderungen, sowie die Gefahren von Unterdruck und Druckstoß an diversen Praxisbeispielen mit Darstellung der physikalischen Hintergründe.

Nach diesem anschaulichen und spannenden Vortrag ging es um „Sanierung von Trinkwasserspeichern – Der Weg vom Ist- zum Sollzustand – gem. DVGW Arbeitsblatt W 300“. Der Vortrag von Dipl.-Ing. Harald Kienlein vom Ingenieurbüro Hausmann und Rieger zeigte mit vielen Bildern aus der täglichen Praxis die Probleme von Trinkwasserspeichern, die „in die Jahre gekommen sind“ und dringend einer Sanierung bedürfen, unter Berücksichtigung der Vorschriften des neuen DVGW-Arbeitsblatts W 300 vom Oktober 2014. Harald Kienlein zeigte Beispiele für Alterungsprobleme von technischen Betonbauwerken, ergründete deren Ursachen und deutete auf Wege hin, eine Sanierung des „Gesamtobjekts Trinkwasserbehälteranlage“ mit allen technischen Einrichtungen richtig anzugehen. Verschiedene mögliche Sanierungs- bzw. Auskleidungsarten wurden vorgestellt und beurteilt. Weiterhin ging Kienlein auf aktuell aufgetretene Probleme bei Sanierungsfällen, wie die Ausbildung von Tropfenstrukturen an Deckenuntersichten oder Kathodische Korrosionsschutzanlagen in Trinkwasserspeichern zur Vermeidung von Hydrolyseschäden ein.

Von Wilo sprach Herr Mario Hübner über „Die Energieeffiziente Wasserförderung Mit Nass und Trocken aufgestellten Pumpaggregaten“. Er sagte: „Eine der zukünftigen Herausforderungen der Wasserwirtschaft, global sowie in D-A-CH, wird es sein, Versorgungs- und Entsorgungsprozesse energetisch zu optimieren oder neue energieeffiziente Systeme aufzubauen. Der Einsatz von Frequenzumformern, der Austausch von Pumpen und Motoren (teilweise mit höheren Energieeffizienzklassen, in Anlehnung der IEC 60034-30-1 / (-2) Klasse IE 3 bis IE 5 und der Einsatz ganz neuer und optimal ausgelegter Pumpensysteme mit Sonderbeschichtungssystemen werden daher in Zukunft unumgänglich.“ Hübner stellte in seinem Vortrag neben der neuen Baureihe, „Wilo-Zetos K8“, in der Werkstoffausführung 1.4408 und 1.4517 – mit wahlweise angebauten Permanentmagnetmotoren und hohen Aggregatswirkungsgraden, auch trocken aufgestellte Pumpen mit Normmotoren vor. Während seiner Ausführungen wurde deutlich, dass Unterwassermotorpumpen mit hohen Wirkungsgraden – eingebaut im Druckmantel für Trockenaufstellung, wieder energieeffizienter und interessanter werden. Im Vortrag wurden mehrere praktisch umgesetzte Beispiele aufgezeigt und über ein Wirtschaftlichkeitsprogramm verdeutlichte Hübner die Möglichkeiten der Einsparung von Kosten und die Amortisationszeit neuer Aggregate für den Kunden.

Zum guten Schluss vertrat den Vortrag von Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Beims Frau Dipl.-Ing. Babett Biedermann vom Landesamt für Umwelt Hof mit dem Thema "Erhebung und Bewertung der öffentlichen Wasserversorgung in Bayern – Versorgungssicherheit derzeit und zukünftig". Sie berichtete in ihrem Vortrag über eine jederzeit gesicherte Versorgung mit ausreichend und qualitativ hochwertigem Trinkwasser. Dies sei für Verbraucher eine Selbstverständlichkeit. Diesen hohen Standard gilt es auch künftig zu gewährleisten. Wenn auch die Wasserversorgung in Bayern grundsätzlich in der Verantwortung der Gemeinden liegt, zähle es weiterhin zu den wichtigsten Aufgaben der Wasserwirtschaftsverwaltung, diese bei der Gewährleistung oder Optimierung der Versorgungssicherheit zu unterstützen. Dies sei nicht zuletzt der dezentralen Struktur der öffentlichen Wasserversorgung in Bayern, mit wenigen großen, einigen mittleren, aber vielen sehr kleinen Wasserversorgungsunternehmen geschuldet. Biedermann erzählt über eine der zahlreichen Aktivitäten der Wasserwirtschaftsverwaltung, die „Erhebung und Bewertung der öffentlichen Wasserversorgung in Bayern“.

Bild: Positiver Rückblick auf die 2. Wilo Wassertage (Foto: Wilo SE)

Quelle: Wilo

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