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23.09.2016

Bottroper Zeche als Pumpspeicherwerk geeignet

Oberirdisch scheinen Pumpspeicherwerke in Deutschland derzeit kaum realisierbar. Unterirdisch könnte die Sache anders aussehen. Experten sehen in den noch aktiven Steinkohlebergwerken des Ruhrgebietes gute Möglichkeiten der Umwidmung zu Pumpspeicherwerken.

Dass dies grundsätzlich möglich ist, zeigt die aktuelle Untersuchung der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop durch die Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr). Ende August haben die Wissenschaftler die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorgestellt, ob sich dort ein unterirdisches Pumpspeichkraftwerk bauen lässt.

Bereits stillgelegte Zechen sind laut den Forschern nicht geeignet, da deren Zustand nicht exakt bekannt ist - ein Risiko. Anders bei der Zeche Prosper-Haniel. Dieser ist noch bis Ende 2018 voll in Betrieb, und auch die technischen Voraussetzungen, wie beispielsweise die Fallhöhen zwischen den Sohlen, stimmen. „Prosper-Haniel ist geologisch und von der Infrastruktur her geeignet, um hier ein unterirdisches Pumpspeicherkraftwerk als geschlossenes System umzusetzen”, so Professor André Niemann von der Universität Duisburg-Essen.

Der Experte für Wasserbau und Wasserwirtschaft leitet das Projekt. Das Speichervolumen der Zeche beziffern die Forscher auf 600 000 Kubikmeter. Hieraus errechnet sich bei voller Ladung über vier Stunden eine Leistung von 200 Megawatt, ausreichend für die Versorgung von 450 000 Haushalten. Rechtlich sehen die Forscher keine Bedenken. Anders sieht es wirtschaftlich aus. Denn unter den aktuellen Rahmenbedingungen wäre kein wirtschaftlicher Betrieb möglich. Zwar sind die Kosten einer untertägigen Anlage mit 600 bis 2400 Euro pro Kilowatt vergleichbar mit denen einer oberirdischen. Allerdings seien die regulatorischen Bedingungen in Deutschland gerade sehr ungünstig, erklärt Prof. Dr. Hermann-Josef Wagner, Energie-Experte der Ruhr-Univesität Bochum. Für Stromspeicher etwa werde ein doppeltes Netzentgelt verlangt. So werde leider nicht wertgeschätzt, wie flexibel solche Kraftwerke auf die Stromnachfrage reagieren könnten. Hinter der seit 2012 laufenden Studie über die Wasserkraftnutzung der Zeche stehen rund 50 Wissenschaftler der Universitäten Duisburg-Essen und Bochum sowie der Unternehmen RAG und DMT Eine Zusammenfassung der Machbarkeitsstudie sowie ausführliche Berichte stehen im Internet.

Quelle: GFA

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