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24.03.2016

Wilo Gruppe beschleunigt Expansionskurs

In wenigen Jahren Wirklichkeit: Der hochmoderne Wilo-Standort in Dortmund. (Foto: Wilo)

Das Geschäftsjahr 2015 war für die Wilo Gruppe sehr erfolgreich. Trotz des unverändert angespannten und unsicheren gesamtwirtschaftlichen Umfelds, das von zahlreichen geopolitischen Konflikten geprägt bleibt, hat das Dortmunder Traditionsunternehmen alle gesteckten Ziele erreicht oder sogar übertroffen.

Die Umsatzerlöse stiegen mit 6,7 Prozent stärker als erwartet und erreichten mit rund 1,3 Milliarden Euro einen historischen Höchststand. Auch die Profitabilität wurde gesteigert, EBIT und Konzernergebnis wuchsen noch kräftiger als der Umsatz.

Auf dem Weg zum digitalen Pionier der Branche

Im zurückliegenden Geschäftsjahr stand vor allem die digitale Transformation im Fokus. „Wilo hat 2015 auf seinem Weg in die digitalen Ära wichtige Weichen gestellt“, sagte der Vorstandsvorsitzende Oliver Hermes auf der Jahrespressekonferenz des Unternehmens in Düsseldorf, „so haben wir unsere Unternehmensstrategie konsequent vorangetrieben und um eine Digitalisierungsstrategie erweitert.“ Das ehrgeizige Ziel ist es, digitaler Pionier der Pumpenbranche zu werden. Sichtbarster Ausdruck intelligenter Vernetzung und technologischen Fortschritts ist die hochmoderne Produktionsstätte, die bis 2018/2019 am Stammsitz Dortmund entstehen wird.

Nach den sehr hohen Investitionen der vergangenen Jahre in neue Produktions- und Vertriebsstandorte in China, Indien, Korea und der Türkei, ist die Entwicklung des Wilo-Stammsitzes in Dortmund zum digitalen High-Tech-Standort für Hermes ein wichtiger Schritt, den Anspruch auf die Technologieführerschaft des Unternehmens zu sichern. „Mit dieser hochmodernen Produktionsstätte verwirklichen wir erneut unseren Anspruch, das Leben unserer Mitarbeiter, Kunden und Partner einfacher zu machen. Das Standortentwicklungsprogramm, die Vision 2020, stellt die Weichen für die Zukunft und sichert Arbeitsplätze“, erläuterte der 45jährige. Darüber hinaus eröffnet Wilo im Laufe des Jahres 2016 eine neue Vertriebsplattform in Kasachstan und ein neues Werk in Moskau. Insgesamt betrugen die Rekordinvestitionen in wachstumsorientierte Kapazitätserweiterungen, neue Fertigungstechnologien sowie in den Neu- und Ausbau von Vertriebsinfrastruktur und Produktionsstätten 106,4 Millionen Euro.

Mehr Mittel für Forschung und Entwicklung als je zuvor

Mit 62,4 Millionen Euro hat die Wilo Gruppe so viel wie nie zuvor in Forschung und Entwicklung investiert und damit Ihre Innovations- und Technologieführerschaft gestärkt. Darüber hinaus wurde die Kooperation mit der iExergy in die Digitalisierungsstrategie eingebettet und intensiviert. Als ein wesentliches Ergebnis dieser Zusammenarbeit hat die Wilo Gruppe auf der ISH 2015, der Weltleitmesse für Gebäudetechnik, die weltweit erste Smart-Home-fähige Heizungsumwälzpumpe vorstellt: die Wilo-Stratos PICO-SmartHome. Sie markiert den Auftakt für zahlreiche weitere digitale Systeme und Lösungen in unterschiedlichen Anwendungsbereichen. Als Pionier der Pumpenbranche setzt Wilo Standards und arbeitet aktiv an der Gestaltung von Normen und Richtlinien mit. Im Zentrum der aktuellen technischen Entwicklungen im Bereich der Antriebstechnik stehen die Erweiterung des Leistungsbereichs von Motoren sowie die Einführung von Asynchronmotoren der bislang höchsten Wirkungsgradklasse IE4.

Damit kann Wilo hocheffiziente Antriebslösungen in verschiedenen Technologien für nahezu alle Anwendungen anbieten. „Dies unterstreicht den Anspruch, unsere Technologieführerschaft in vielen Bereichen weiter zu stärken und gerade auch auf dem Gebiet der Digitalisierung auszuweiten“, bekräftigte der Vorstandsvorsitzende Oliver Hermes die stetige strategische Weiterentwicklung des Unternehmens.

Profitabilität gesteigert

Neben dem sechsten Umsatzrekord in Folge ist vor allem die gesteigerte Profitabilität der Wilo Gruppe hervorzuheben. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 9,0 Prozent auf 121,2 Millionen Euro und das Konzernergebnis verbesserte sich sogar um 15,3 Prozent auf 80,5 Millionen Euro. Beide Werte stiegen damit deutlich überproportional zum Umsatz. „Ein Ergebnis, auf das wir angesichts teilweise ungünstiger weltwirtschaftlicher Rahmenbedingungen besonders stolz sind“, hob Oliver Hermes hervor.

Die Weltwirtschaft wuchs entgegen der Prognosen der Experten langsamer als in den beiden Vorjahren. Einem leichten Anstieg des Wachstums in den Industrieländern stand eine Abschwächung der Wachstumsdynamik in den Schwellenländern gegenüber. Insbesondere das verlangsamte Wachstum Chinas sowie die Rezession in Brasilien und Russland trugen zu dieser Entwicklung bei. Das Wirtschaftsjahr 2015 war geprägt von fallenden Öl- und Rohstoffpreisen, einer kräftigen Aufwertung des US-Dollar sowie einer hohen Volatilität auf den Finanzmärkten.

Regionale Diversifikation als Erfolgsfaktor

In diesem von Unsicherheit geprägten gesamtwirtschaftlichen Umfeld hat sich die Wilo Gruppe sehr gut behauptet und ihren profitablen Wachstumskurs erfolgreich fortgesetzt.

Die starke internationale Marktpräsenz und die regionale Diversifikation trugen maßgeblich zu diesem Erfolg bei. „Gerade in Jahren mit deutlich heterogenen regionalen Entwicklungen und zunehmenden Unsicherheiten ist dies ein entscheidender Vorteil“, so Oliver Hermes. In den reifen Märkten verzeichnete die Wilo Gruppe insgesamt ein solides nachhaltiges Wachstum. Die Schwellenländer wiesen 2015 ein differenzierteres Bild auf.

Sehr gute Geschäftsentwicklung in Europa

In Europa erzielte Wilo ein Umsatzplus von 6,2 Prozent. Die Umsatzerlöse stiegen um 43,8 Millionen Euro auf 744,7 Millionen Euro. Deutliche Umsatzsteigerungen wurden insbesondere in den osteuropäischen EU-Staaten und auf den britischen Inseln erreicht. Hier legten die Umsatzerlöse um über 20 Prozent zu. In den Mittelmeerstaaten stiegen die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 16 Prozent. Die gesamtwirtschaftliche Situation hat sich dort im Vergleich zum Vorjahr weiter stabilisiert, so dass insbesondere in Spanien aber auch in Italien Zuwächse erzielt werden konnten. Diese haben Umsatzrückgänge in Frankreich sowie in den nordischen und baltischen Staaten mehr als ausgeglichen.

Marktposition im Heimatmarkt behauptet

Im deutschsprachigen Raum bewegten sich die Umsatzerlöse im Berichtsjahr leicht über dem Vorjahresniveau. In Deutschland, dem größten Einzelmarkt der Wilo Gruppe, herrschte angesichts einer lebhaften Baukonjunktur Vollauslastung in den Handwerksbetrieben der SHK-Branche. Die Investitionen galten dabei jedoch weniger energieeffizienten Maßnahmen wie dem proaktiven Austausch veralteter Pumpentechnik im Gebäudebestand, als vielmehr dem verstärkten Aus- und Umbau von Bädern und Sanitäranlagen. Darüber hinaus dämpfte ein außergewöhnlich milder Winter die Nachfrage nach Heizungspumpen.

Heterogene Entwicklung in den Schwellenländern

Während in der Türkei und in der Golfregion deutlich zweistellige Umsatzzuwächse verzeichnet werden konnten, wurde die Geschäftstätigkeit in Russland durch rezessive Entwicklungen infolge der anhaltenden wirtschaftlichen und politischen Krise in der Region sowie des Ölpreisverfalls belastet. Trotz dieses ungünstigen wirtschaftlichen Umfelds erzielte die Wilo Gruppe dort in 2015 in lokaler Währung ein moderates Wachstum. Die starke Abwertung des russischen Rubels führte jedoch zu einem Umsatzrückgang in Konzernwährung.

Südostasien gewinnt weiter an Bedeutung

In Korea, einem verhältnismäßig reifen asiatischen Markt, erzielte die Wilo Gruppe mit einer Umsatzsteigerung von 3,9 Prozent in lokaler Währung ein solides und nachhaltiges Wachstum. In Konzernwährung stiegen die Umsatzerlöse um über 15 Prozent. Dieser Erfolg basierte auf der starken Marktpräsenz, einer ausgeprägten Kundenorientierung und der hohen Innovationskraft. Mit ihren Qualitätsprodukten, individuellen Systemlösungen und Dienstleistungen hat Wilo seine sehr gute Marktposition hier ausbauen können. Auch in Indien und insbesondere in Südostasien, wo die Umsatzerlöse um über 16 Prozent zulegten, verlief das Geschäftsjahr erfolgreich. Damit entwickeln sich die südostasiatischen Schwellenländer neben Korea, Indien und China zunehmend zu einer vierten wichtigen Säule der Geschäftsaktivitäten in Asien. Die Verlangsamung der wirtschaftlichen Dynamik in China machte sich auch für die Wilo Gruppe bemerkbar. Während in Konzernwährung eine Umsatzsteigerung von rund 15 Prozent erzielt wurde, waren die Umsatzerlöse in lokaler Währung leicht rückläufig.

Wilo is going digital

Digitalisierung gilt inzwischen als signifikanter Schlüsselfaktor für den Erfolg eines Unternehmens – auch in der Pumpenbranche. Sie verändert die gesamte Wertschöpfungskette, insbesondere aber Produktionsprozesse und Arbeitsabläufe. Wilo sieht in der Umsetzung der Digitalisierung in Produkten und Prozessen anspruchsvolle Herausforderungen, aber noch größere Chancen. In der Wilo Gruppe stehen deshalb alle Zeichen auf Digitalisierung und technologischen Fortschritt. Das größte Standortentwicklungsprogramm der Unternehmensgeschichte am Stammsitz in Dortmund – mit einem Investitionsvolumen von weit über 100 Millionen Euro in den kommenden sechs Jahren - sowie innovative Produktneuheiten sollen Maßstäbe im digitalen Zeitalter setzen. „Dies sind Investitionen in die Zukunft, die unsere Top-Position im Wettbewerb und unsere Technologieführerschaft in vielen Bereichen weiter festigen werden“, ist der Vorstandsvorsitzende der Wilo Gruppe, Oliver Hermes überzeugt. Im Herbst dieses Jahres wird der Grundstein für den neuen Wilo-Stammsitz Dortmund gelegt.

Bild: In wenigen Jahren Wirklichkeit: Der hochmoderne Wilo-Standort in Dortmund. (Foto: Wilo)

Quelle: Wilo

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