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21.09.2015

StreamDiver von Voith treibt schwedisches Wasserkraftwerk an

Voith StreamDriver (Foto: Quelle: Voith Hydro GmbH & Co. KG)

Nach rund einem Jahr Rehabilitierungsarbeiten haben das schwedische Versorgungsunternehmen Skellefteå Kraft AB und Voith vor Kurzem feierlich das Wasserkraftwerk Bruksfors nahe der Stadt Robertsfors im Nordosten des Landes, rund 700 Kilometer von Stockholm entfernt, eingeweiht. Anfang 2014 beauftragte Skellefteå Kraft das Kompetenzzentrum Kössler des Geschäftsbereichs Small Hydro von Voith mit der Lieferung einer 250-kW-StreamDiver-Turbine, die Anfang 2015 in Betrieb genommen wurde.

Das Projekt ist beispielhaft dafür, wie ökologische und ökonomische Aspekte miteinander verflochten werden können. Skellefteå Kraft als Betreiber von Bruksfors musste strenge Umweltschutzauflagen erfüllen: Weder Öl noch Schmiermittel oder andere giftige Substanzen durften bei der Errichtung ins Wasser gelangen. Das gilt nun auch im Betrieb. Zudem musste der StreamDiver in die vorhandene Infrastruktur eingefügt werden – in diesem Fall in einen bislang nicht genutzten Turbinenschacht –, um Auswirkungen durch zusätzliche Bauarbeiten zu vermeiden. Skellefteå Kraft sieht Vorteile durch wenige bewegliche Teile in der Maschine im Vergleich mit herkömmlichen Lösungen, da sich dadurch Wartungsaufwand und -kosten reduzieren lassen. Forscher der Technischen Universität Luleå haben zudem ein einzigartiges Fischwandersystem entwickelt, durch das für die Wanderung flussabwärts eine Umführung geschaffen wird.

StreamDiver – Stromerzeugung auch bei geringer Fallhöhe
Das Kernstück der StreamDiver-Technologie bildet das Aggregat mit einem in eine ölfreie Rohreinheit eingebauten Dauermagnetgenerator, das in den Bereichen von 50 kW bis 800 kW verfügbar ist. Die Stärke dieser Technologie ist ihre flexible Einsatzfähigkeit: Das Aggregat kann sich vollständig unter Wasser befinden, sodass unabhängig von vorhandenen Strukturen ein eigenständiger Betrieb möglich ist. Es kann zudem in bestehende Kraftwerke integriert werden, sodass eine wirtschaftliche Rehabilitation möglich wird und die Investitionskosten auf ein Minimum beschränkt werden können. So können beispielsweise vorhandene Wehre und Staudämme zur Stromerzeugung genutzt werden. Die StreamDiver-Technologie leistet somit einen wichtigen Beitrag zum kontinuierlichen Ausbau der klimafreundlichen Energieerzeugung.

Mit dem StreamDiver hat Voith eine Turbinen-Generator-Einheit für Kleinwasserkraftanlagen entwickelt, die kompakt und einfach aufgebaut ist und daher kaum Wartungsarbeiten erfordert. Neben seinen technischen Vorteilen und seiner Umweltfreundlichkeit bietet dieses innovative Produkt auch die Möglichkeit, neue und bisher für die Wasserkraft nicht nutzbare Standorte zu erschließen. Durch seinen Aufbau kann der StreamDiver an Standorten eingesetzt werden, an denen dies bislang aus ökomischen oder ökologischen Gründen nicht möglich war.

Europas Potenzial
Laut Voith liegt das Potenzial der StreamDiver-Technologie weltweit bei 5 GW. Die Regionen mit dem größten Potenzial liegen in Nordamerika sowie in Europa, insbesondere im Norden und Osten Europas. Seit nun fast drei Jahren wird für Österreichs größtes Versorgungsunternehmen Verbund an dessen 5-MW-Standort in Nussdorf in der Nähe von Wien in einem Seitenkanal der Donau erfolgreich ein StreamDiver-Pilotprojekt durchgeführt. Ursprünglich war dieses Projekt auf zwei Jahre ausgelegt, doch aufgrund des Erfolgs wurde es um ein Jahr verlängert. Bei einer maximalen Leistung von 450 kW ist der StreamDiver mittlerweile seit über 24.000 Stunden in Betrieb und hat mehr als 7 GWh Strom ausgeführt.

Bild: Voith StreamDriver (Foto: Quelle: Voith Hydro GmbH & Co. KG)

Quelle: Voith Hydro GmbH & Co. KG

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