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28.07.2014

ABB mit kräftigem Auftragswachstum und starkem Cashflow in Q2

ABB hat im zweiten Quartal 2014 ein starkes Auftragswachstum erzielt, stabile Umsätze erwirtschaftet und den Cashflow aus der Geschäftstätigkeit signifikant verbessert. Die im Vergleich zum Vorjahr niedrigere operative EBITDA-Marge spiegelt hauptsächlich die anhaltenden projektbezogenen Herausforderungen in der Division Energietechniksysteme wider.

Der Auftragseingang erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 14 Prozent (13 Prozent auf Vergleichsbasis) auf USD 10,6 Milliarden. Der Konzern konnte bei Großaufträgen ein Wachstum von über 70 Prozent verzeichnen und auch bei Basisaufträgen zulegen. Alle Regionen haben zu dieser Wachstumsdynamik beigetragen.

„Im Oktober letzten Jahres haben wir angekündigt, dass wir organisches Wachstum durch Marktdurchdringung, Innovation und Expansion vorantreiben wollen. Jetzt liefern wir Ergebnisse“, sagte Ulrich Spiesshofer, Vorsitzender der Konzernleitung von ABB. „Die fokussierten Maßnahmen zahlen sich aus und tragen zum sich verbessernden Auftragsmomentum bei. In unseren beiden größten Märkten USA und China konnten wir im zweiten Quartal vielversprechendes Wachstum verzeichnen.“

Das kräftige Auftragsplus führte zu einer Book-to-Bill-Ratio von 1,04x. Der Umsatz beträgt USD 10,2 Milliarden und blieb damit gegenüber dem Vorjahresquartal stabil, obwohl der Auftragsbestand zu Quartalsbeginn niedriger lag.

Das operative EBITDA des Konzerns wurde durch einen Verlust in der Division Energietechniksysteme beeinträchtigt. Dieser steht in Zusammenhang mit anhaltenden Belastungen durch Großprojekte in der Offshore-Windindustrie und im Solarsektor, bei denen ABB als Generalunternehmer (EPC-Projekte) tätig ist. Die neue Divisionsleitung hat strikte Maßnahmen ergriffen, um die Risiken im Portfolio zu mindern und die Kapazitäten anzupassen. Neben dem Ausstieg aus dem EPC-Geschäft in der Solarindustrie implementiert ABB ein neues Geschäftsmodell für EPC-Projekte in der Offshore-Windindustrie.

„Wie bereits bekannt, wird dieser Bereich das Konzernergebnis wahrscheinlich auch in den kommenden Quartalen belasten“, so Spiesshofer. „Für uns hat der Turnaround der Division Energietechniksysteme oberste Priorität. Hinsichtlich der Verminderung unserer Risikopositionen haben wir bereits gute Fortschritte gemacht.“

In den anderen Divisionen blieb die operative EBITDA-Marge stabil oder stieg an, bereinigt um den Verwässerungseffekt der Übernahme von Power-One in der Division Industrieautomation und Antriebe. Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit verbesserte sich im Berichtsquartal um über 60 Prozent auf USD 888 Millionen.

ABB hat die angekündigte strategische Portfoliobereinigung von Unternehmensbereichen, die nur begrenzte Synergien mit dem restlichen Portfolio aufweisen, erfolgreich fortgesetzt. „Seit Oktober letzten Jahres setzen wir unsere Ankündigung, das Portfolio wertsteigernd zu optimieren und den Fokus verstärkt auf unser Kerngeschäft zu legen, konsequent um“, erklärte Spiesshofer.

„In der zweiten Jahreshälfte werden wir unsere organischen Wachstumsinitiativen in einem uneinheitlichen Marktumfeld weiter entschlossen vorantreiben“, so Spiesshofer. „Wir werden die konsequente Umsetzung des Cashmanagements fortsetzen und die Kostensenkungen beschleunigen. Wir sind zuversichtlich, dass unsere Aktionäre von unserem ausgewogenen Wachstum und unseren Initiativen für eine verbesserte operative Umsetzung profitieren werden.“

ABB wird auf dem Investorentag am 9. September in London die neue Unternehmensstrategie und neue Finanzziele bekannt geben. Darüber hinaus wird das Unternehmen seine Prioritäten für die Generierung von Mehrwert und Kapitalallokation kommunizieren.

Wachstum im Überblick

Die Nachfrage nach Stromverteilungssystemen und zugehöriger Ausrüstung durch Energieversorgungskunden blieb im Berichtsquartal stabil. Im Stromübertragungssektor investierten Versorgungsunternehmen dagegen weiterhin selektiv. Die Industrienachfrage fiel je nach Region und Absatzmarkt unterschiedlich aus. Sektoren wie die Öl- und Gasindustrie und die allgemeine Industrie zeigten einen positiven Trend, während die Nachfrage im Bergbaugeschäft unverändert schwach blieb. Auch Infrastrukturmärkte präsentierten sich uneinheitlich. Während die Nachfrage im Bausektor unverändert bis leicht schwächer war, zog sie im Bahn- und Marinesegment an.

Insgesamt erhöhte sich der Auftragseingang in der Berichtsquartal um 14 Prozent (13 Prozent auf Vergleichsbasis). Rund die Hälfte dieses Anstiegs resultierte aus verbesserten Großaufträgen (über USD 15 Millionen). Hier machte sich insbesondere der Eingang des HGÜ-Auftrags (Hochspannungs-Gleichstromübertragung) über USD 400 Millionen für eine Stromleitung in Kanada bemerkbar. Die Basisaufträge (unter USD 15 Millionen) verbesserten sich um 9 Prozent (7 Prozent auf Vergleichsbasis), gestützt auf das Wachstum in den meisten frühzyklischen Produktgeschäften von ABB. Die Großaufträge machten im Berichtsquartal 14 Prozent des gesamten Auftragseingangs aus, verglichen mit 9 Prozent in der Vorjahresquartal.

Die Serviceaufträge stiegen um 12 Prozent und steuerten ebenso wie im Vorjahresquartal 17 Prozent zum gesamten Auftragseingang bei.

Der Umsatz blieb im zweiten Quartal weitgehend unverändert (Rückgang um 1 Prozent auf Vergleichsbasis). Das Umsatzplus in der Division Industrieautomation und Antriebe konnte den Umsatzrückgang in den Divisionen Prozessautomation und Energietechniksysteme ausgleichen. Beide Divisionen waren im Vergleich zur Vorjahresperiode mit einem geringeren Auftragsbestand in das Quartal gestartet. Im Servicegeschäft blieb der Umsatz stabil und machte ebenso wie im zweiten Quartal 2013 16 Prozent des Gesamtumsatzes von ABB aus.

Der Auftragsbestand belief sich Ende Juni auf USD 27,1 Milliarden. Damit ging der Bestand gegenüber dem Ende der Vorjahresperiode um 5 Prozent zurück, lag jedoch 5 Prozent höher als zum Jahresende 2013.

In Europa zeigte sich die Auftragslage uneinheitlich. In Russland, den Niederlanden und Deutschland stieg der Auftragseingang, während er in Norwegen, Großbritannien und Frankreich nachließ.

Die starke Auftragsentwicklung auf dem amerikanischen Kontinent ist auf den Eingang des Großauftrags aus Kanada, auf das zweistellige Auftragsplus in den USA und das kräftige Auftragswachstum in Brasilien gegenüber dem niedrigen Niveau von 2013 zurückzuführen.

Das Auftragsplus in Asien beruhte vor allem auf dem zweistelligen Anstieg in China, insbesondere in der Division Energietechnikprodukte und der Division Industrieautomation und Antriebe, sowie in Indonesien und Südkorea. In Indien ging der Auftragseingang zurück.

Im Nahen Osten und in Afrika legte der Auftragseingang zu, in Saudi-Arabien zweistellig. Grund hierfür war vor allem die höhere Nachfrage in den Energietechnikdivisionen.

Division Industrieautomation und Antriebe: Wachstumsinitiativen und die regere Nachfrage in frühzyklischen Geschäften, welche die allgemeine Industrie und die Fertigungsindustrie beliefern, trieben das Auftragswachstum im Berichtsquartal an, angeführt durch einen soliden Anstieg der Basisaufträge. Die Großaufträge gingen dagegen zurück. Das Umsatzplus im Bereich Robotik und im Servicegeschäft konnte den Effekt des zu Periodenbeginn geringeren Auftragsbestands bei Großmotoren und Mittelspannungsantrieben gegenüber dem Vorjahresquartal mehr als ausgleichen.

Division Niederspannungsprodukte: Der Auftragseingang blieb abgesehen von den im Vorfeld genannten Desinvestitionen gegenüber dem Vorjahresquartal stabil. Das übrige laufende Geschäft verbesserte sich. Haupttreiber des Umsatzwachstums waren Produktgeschäfte und Systeme.

Division Prozessautomation: Sowohl Großaufträge als auch Basisaufträge legten im zweiten Quartal zu, gestützt auf die starke Auftragslage im Marinesektor sowie im Papier- und Zellstoffgeschäft. Die Nachfrage aus der Bergbauindustrie nahm ebenfalls zu, bewegte sich jedoch weiter auf niedrigem Niveau. Der Auftragseingang erhöhte sich auf dem amerikanischen Kontinent und in Asien, während er in Europa stabil blieb und im Nahen Osten und in Afrika leicht zurückging. Der Umsatz nahm ab. Hier standen der Abwicklung von Aufträgen aus dem starken Auftragsbestand im Öl- und Gassektor rückläufige Umsätze im Bergbaubereich und Marinesektor gegenüber. Das Umsatzplus im Bereich Lifecycle-Services wurde durch Umsatzeinbussen im Fullservice-Geschäft aufgehoben.

Division Energietechnikprodukte: Großaufträge und Basisaufträge verbesserten sich im zweiten Quartal, gestützt auf die rege Nachfrage aus dem Verteilungs- und Industriesektor und weiterhin selektiven Investitionen im Bereich großer Energieübertragungsprojekte. Das Auftragsplus wurde durch die Schwellenmärkte angetrieben, einschließlich China, Indien und Brasilien. Auch in Nordamerika stieg der Auftragseingang, während er in Europa nachließ. Der rückläufige Umsatz in der Berichtsperiode spiegelt vor allem den zu Quartalsbeginn geringeren Auftragsbestand wider.

Division Energietechniksysteme: Die Steigerung bei den Großaufträgen, insbesondere der Auftrag über USD 400 Millionen für ein HGÜ-Projekt in Kanada, trug maßgeblich zum starken Auftragsplus im zweiten Quartal bei. Doch auch die Basisaufträge legten zweistellig zu. Versorgungsunternehmen halten sich mit Investitionen in die Energieübertragung weiter zurück. Außerdem setzte ABB ihre selektive Projektauswahl mit Fokus auf höhere Margen und ein höheres Absatzpotenzial für ABB-Produkte fort. Der Umsatz verringerte sich gegenüber dem Vorjahresquartal. Dies ist mit dem geringeren Auftragsbestand zu Quartalsbeginn und mit Verzögerungen in der Ausführung einiger Projekte zu erklären.

Ertragslage im Überblick

Operatives EBITDA
Das operative EBITDA erreichte im zweiten Quartal 2014 USD 1,3 Milliarden und lag damit 15 Prozent unter dem Wert der Vorjahresperiode. Ursache hierfür war vor allem die anhaltend schwache operative Performance der Division Energietechniksysteme hauptsächlich im Zusammenhang mit Projekten als Generalunternehmer in der Offshore-Windindustrie und im Solarsektor. Die operative EBITDA-Marge blieb in allen anderen Divisionen stabil oder stieg an (bereinigt um den Verwässerungseffekt der Übernahme von Power-One in der Division Industrieautomation und Antriebe).
Kosteneinsparungen und fortgesetzte Produktivitätssteigerungen konnten den Preisdruck mehr als ausgleichen.

Konzerngewinn
Der Konzerngewinn betrug im Berichtsquartal USD 636 Millionen. Hierin enthalten waren Abschreibungen und Amortisation in Höhe von USD 333 Millionen. Von der Amortisation entfielen rund USD 100 Millionen auf Übernahmen. Restrukturierungsbezogene Aufwendungen beliefen sich auf USD 40 Millionen.

Der Konzerngewinn enthält Nachsteuergewinne aus Veräußerungen im Berichtsquartal im Umfang von rund USD 60 Millionen.

Der unverwässerte Gewinn je Aktie lag im zweiten Quartal bei USD 0,28 gegenüber USD 0,33 in der Vorjahresperiode.

Division Industrieautomation und Antriebe: Das operative EBITDA stieg bei höheren Umsätzen, während die operative EBITDA-Marge zurückging. Grund hierfür war der Verwässerungseffekt der im dritten Quartal 2013 erfolgten Übernahme von Power-One. Bereinigt um diesen Effekt lag die operative EBITDA-Marge der Division etwas höher als im Vorjahresquartal.

Division Niederspannungsprodukte: Die operative EBITDA-Marge ging aufgrund eines ungünstigen Umsatzmixes und gestiegener Investitionen zur Förderung des organischen Umsatzwachstums zurück.

Division Prozessautomation: Die verbesserte operative EBITDA-Marge spiegelt die solide Projektabwicklung aus dem Auftragsbestand im Öl- und Gasgeschäft und die fortlaufende strenge Kostenkontrolle wider.

Division Energietechnikprodukte: Die operative EBITDA-Marge blieb aufgrund der fortlaufenden Kosteneinsparungen und der soliden Auftragsabwicklung stabil.

Division Energietechniksysteme: Der Verlust auf Basis des operativen EBITDA spiegelt den anhaltenden Effekt projektbezogener Belastungen wider, vor allem bei Aufträgen als Generalunternehmer in der Solarindustrie und der Offshore-Windkraftbranche. Auch der Umsatzrückgang hat das Ergebnis belastet.

Bilanz und Cashflow
Die Gesamtverschuldung belief sich zum Ende der Berichtsperiode auf rund USD 9 Milliarden und lag damit rund USD 1 Milliarden höher als zum Jahresende 2013. Grund hierfür sind höhere kurzfristige Darlehen. Die Nettoverschuldung stieg von USD 1,5 Milliarden per Jahresende 2013 auf rund USD 3 Milliarden zum Ende des Berichtsquartals.

ABB wies in der Berichtsperiode einen Cashflow aus Geschäftstätigkeit von USD 888 Millionen aus. Das entspricht einem Anstieg um über USD 300 Millionen gegenüber dem zweiten Quartal 2013. Aufgrund erfolgreicher Maßnahmen zur Optimierung des Nettoumlaufvermögens, insbesondere im Forderungs- und Vorratsmanagement, erhöhte sich der Cashflow der Divisionen um USD 280 Millionen. Das Nettoumlaufvermögen in Prozent des Umsatzes belief sich wie schon in der Vorjahresperiode auf 17 Prozent.

Veräußerungen
ABB gab im Juni bekannt, dass das Unternehmen einen Vertrag über den Verkauf des Stahlbaugeschäfts von Thomas & Betts für USD 600 Millionen im Rahmen einer Bartransaktion geschlossen hat. Dieser Schritt entspricht der Strategie von ABB, das Portfolio kontinuierlich zu optimieren und sich auf das profitable Wachstum im Kerngeschäft – der Energie- und Automationstechnik – zu konzentrieren. Die Transaktion wird voraussichtlich im dritten Quartal 2014 abgeschlossen und unterliegt der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden. Darüber hinaus hat ABB die Power Solutions-Sparte von Power-One für rund USD 120 Millionen veräußert und den bereits bekannt gegebenen Verkauf des HLK-Geschäfts (Heizung, Lüftung, Klima) von Thomas & Betts für rund USD 260 Millionen abgeschlossen.

Ausblick
Der langfristige Ausblick für die Nachfrage nach unseren Geschäften bleibt eindeutig positiv. Der Bedarf an einer effizienten und zuverlässigen Stromübertragung und -verteilung wird weiter steigen, angetrieben durch Faktoren wie die zunehmende Urbanisierung in den Schwellenländern, Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels, den rasch wachsenden Energiebedarf aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und die Modernisierung alternder Stromnetze. Gleichzeitig wird sich die Nachfrage nach industriellen Automationslösungen erhöhen, da Kunden eine Steigerung von Produktivität, Effizienz, Produktqualität und Sicherheit anstreben. ABB ist mit einer starken Marktpräsenz, der geografisch ausbalancierten Geschäftstätigkeit, dem breiten Portfolio, der Technologieführerschaft und ihrer Finanzkraft gut aufgestellt, um diese Chancen für langfristiges profitables Wachstum zu nutzen.

Kurzfristig betrachtet gibt es positive frühzyklische makroökonomische Signale, z.B. in den USA. Es bleiben Unsicherheiten hinsichtlich der Dynamik und Stärke des Wirtschaftswachstums in einige Schwellenländern bestehen. In Europa wird das Wachstum voraussichtlich einem ähnlichen Muster folgen wie im zweiten Quartal und sich je nach Land und Branche unterschiedlich darstellen.Vor diesem Hintergrund zielt das Managementteam von ABB darauf ab, das profitable organische Wachstum systematisch voranzutreiben. Zu diesem Zweck will das Unternehmen die Marktdurchdringung erhöhen, mehr Umsatz mit neuen Produktinnovativen erwirtschaften und in neue, attraktive Marktsegmente expandieren. Außerdem strebt das Management eine Intensivierung der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit an. Das betrifft unter anderem den weiteren Ausbau des Servicegeschäfts, die erfolgreiche Integration akquirierter Unternehmen und die Steigerung der Produktivität von ABB durch die stärkere Ausrichtung auf Kundenbedürfnisse. Eine dritte Priorität liegt auf einer konsequenten Umsetzung, insbesondere mit Blick auf weitere Kosteneinsparungen, die Cashflow-Generierung und die Wiederherstellung der Profitabilität der Division Energietechniksysteme auf einem höheren und konsistenteren Niveau.

Quelle: ABB

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