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25.07.2014

Sulzer: Leichter Anstieg des Umsatzes und tieferer Bestellungseingang auf bereinigter Basis

Sulzer

Der Bestellungseingang sank auf bereinigter Basis2 um 3,7 Prozent. Der bereinigte Umsatz legte um 1,2 Prozent zu. Die Umsatzrendite der Divisionen verbesserte sich ebenfalls. Sulzer bestätigt die Prognose auf bereinigter Basis für das Gesamtjahr und geht von einer stärkeren zweiten Jahreshälfte 2014 aus.

Bestellungseingang, Umsatz und Betriebsergebnis vor Restrukturierungskosten dürften auf bereinigter Basis etwas höher ausfallen als im Vorjahr.

Ergebnisse in der ersten Jahreshälfte

Nach einem guten Jahresauftakt ging der Bestellungseingang auf bereinigter Basis moderat um 3,7 Prozent zurück. Ausschlaggebend für den Rückgang war die – im Vergleich zu einem äusserst starken Vorjahresquartal – niedrigere Nachfrage im zweiten Quartal des Jahres. Zudem beeinträchtigte die Verzögerung einiger Projekte der Division Pumps Equipment in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie Europa den Bestellungseingang. Sulzer erwartet, dass sich diese Projekte in der zweiten Jahreshälfte 2014 umsetzen lassen. Auch die rückläufigen Auftragszahlen im Bereich Process Technology sowie die geringere Nachfrage im Bereich Mass Transfer Technology wirkten sich auf den Bestellungseingang aus. Derzeit laufen entsprechende Massnahmen, darunter Programme zur Leistungsverbesserung. Der negative Währungseffekt belief sich auf CHF 92 Millionen bzw. 5,3 Prozent.

Die Nachfrage am Öl- und Gasmarkt war gut. Die Aktivitäten im Energiemarkt waren niedrig. Die Nachfrage in den Märkten Wasser und allgemeine Industrie waren unterschiedlich. In Nord-, Mittel- und Südamerika (insbesondere in Nordamerika) war der Bestellungseingang vergleichsweise stärker als in der Region Asien-Pazifik oder Europa. Stark war auch der Nahe Osten. Verglichen mit den ersten sechs Monaten des Vorjahres stieg der Umsatz auf bereinigter Basis um 1,2 Prozent. Das bereinigte Betriebsergebnis der Divisionen verbesserte sich um 5,9 Prozent. Das gesamte Betriebsergebnis von Sulzer ging auf bereinigter Basis um 5,5 Prozent zurück. Die Umsatzrendite der Divisionen stieg leicht auf 7,2 Prozent. Aufgrund der positiven Auswirkungen durch die Senkung der Rückstellungen für Immobilien 2013 sank die Umsatzrendite von Sulzer leicht auf 6,7 Prozent. Der den Aktionären der Sulzer AG zustehende Nettogewinn belief sich auf CHF 483,5 Millionen. Ausschlaggebend war hierbei die Veräusserung von Metco. Der Gewinn je Aktie (EPS) stieg auf CHF 14.23 (erstes Halbjahr 2013: CHF 2.92). Der Free Cash Flow, bestehend aus dem Mittelfluss aus Geschäftstätigkeit und Investitionen, war mit CHF 40,1 Millionen negativ (2013: CHF +51,2 Millionen).

Transformation in ein Unternehmen mit stärkerer Kunden- und Marktorientierung, um zu einem führenden Equipment- und Service-Anbieter zu werden

Zu Beginn dieses Jahres hat Sulzer das Service-Angebot der Pumpen- mit dem Angebot der Service-Division zusammengelegt. Damit verfolgt das Unternehmen das Ziel, in seinen Schlüsselmärkten zu einem führenden Anbieter von rotierenden Maschinen und zu einem Unternehmen mit einer noch besseren Kundenorientierung zu werden. Sulzer wandelt seine grösste Division, Pumps Equipment, derzeit von einer regionalen in eine globale, marktorientierte Organisation um. Der Übergang dürfte bis Anfang 2015 vollzogen sein. Um sich besser auf die Bedürfnisse der Kunden einzustellen, wird Pumps Equipment in die drei folgenden Geschäftseinheiten aufgeteilt: Öl und Gas, Energie und Wasser.

CEO Klaus Stahlmann erklärt: „Wir haben die operative Struktur angepasst, um ein integriertes Unternehmen zu werden, und das Portfolio durch die Veräusserung von Metco verkleinert. Wir erzielen nun fast 80 Prozent unseres Umsatzes in unseren drei Schlüsselmärkten Öl und Gas, Energie und Wasser.“ Sulzer möchte die Erlöse aus der Veräusserung für gezielte Übernahmen und weitere Investitionen in organisches Wachstum in diesen wichtigen Märkten verwenden.

Im Februar unterzeichnete Sulzer eine Vereinbarung für die Akquisition einer 75 Prozent-Beteiligung an der Saudi Pump Factory. Die neue Sulzer-Pumpenfabrik wird die erste komplette Fabrikationsanlage eines globalen Herstellers von Zentrifugalpumpen in Saudi-Arabien sein und einen der grössten Öl- und Gasmärkte weltweit bedienen. Im März 2014 traf Sulzer mit der China Huadian Corporation eine Joint-Venture- Vereinbarung über den Service von Gasturbinen, die unter anderem den Aussendienst, die Reparatur von Komponenten und die Lieferung von neuen, wichtigen Ersatzteilen umfasst. Durch diese Partnerschaft verschaffte sich Sulzer eine solide Ausgangslage für weitere Aufträge im wachstumsstarken chinesischen Energiemarkt. Im Juni akquirierte Sulzer das in Houston im US-Bundesstaat Texas ansässige Unternehmen Grayson Armature. Diese Akquisition erweitert die Service-Kompetenzen von Sulzer beträchtlich und macht das Unternehmen zu einem der grössten unabhängigen Anbieter elektromechanischer Services in der wichtigen amerikanischen Golfküstenregion.

Ausblick

Nach aktuellem Kenntnisstand und unter der Voraussetzung, dass sich die allgemeinen Wirtschaftsbedingungen nicht wesentlich ändern, ist in Teilen des Öl- und Gasmarkts – insbesondere in Nord-, Mittel- und Südamerika – weiterhin mit soliden Aktivitäten zu rechnen. In den Märkten Energie und allgemeine Industrie wird von Aktivitäten auf vergleichbarem Niveau ausgegangen. Angesichts der günstigen Entwicklungen in bestimmten Regionen (wie Nord-, Mittel- und Südamerika) dürfte sich im Wassermarkt eine leichte Belebung einstellen. Wachstumstreiber dürften Nord-, Mittel- und Südamerika (insbesondere Nordamerika) sowie die Region Asien-Pazifik sein.

Sulzer bestätigt seine Prognose für das Gesamtjahr auf bereinigter Basis und geht von einer stärkeren zweiten Jahreshälfte 2014 aus. CEO Klaus Stahlmann sagt: „Bestellungseingang, Umsatz und Betriebsergebnis vor Restrukturierungskosten dürften auf bereinigter Basis etwas höher ausfallen als im Vorjahr.“

Resultate im Detail

Pumps Equipment: Von einer regionalen zu einer marktorientierten Organisation

Verglichen mit den ersten sechs Monaten des Jahres 2013 ging der Bestellungseingang auf bereinigter Basis moderat um 5,4 Prozent zurück. Grund waren Verzögerungen bei Projekten in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie Europa. Die Projekte dürften in der zweiten Jahreshälfte 2014 zustande kommen. Insbesondere in der Region Asien-Pazifik stieg der Bestellungseingang. Verglichen mit den ersten sechs Monaten des Vorjahres legte der Umsatz auf bereinigter Basis leicht zu. Aufgrund aufgeschobener Lieferungen war der Umsatz in der Region Asien-Pazifik niedriger. Besonders stark war der Umsatz in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie Europa. Das bereinigte Betriebsergebnis sank um 2,5 Prozent. Ausschlaggebend dafür waren gesunkene Umsätze und Margen in Asien sowie niedrigere Volumina im Bereich Engineered Water. Die Umsatzrendite blieb auf einem mit dem Vorjahr vergleichbaren Niveau.

Die Division Pumps Equipment transformiert sich von einer regionalen zu einer marktorientierten Organisation. Ab 2015 wird Pumps Equipment mit den Geschäftseinheiten Öl und Gas, Energie und Wasser aufgestellt sein. Im Februar unterzeichnete Sulzer eine Vereinbarung über die Akquisition einer 75 Prozent-Beteiligung an der Saudi Pump Factory. Die Akquisition steht im Einklang mit Sulzers Fokus auf die Schlüsselmärkte.

Insbesondere in Nord-, Mittel- und Südamerika dürften die Aktivitäten für Teile der Öl- und Gasindustrie robust bleiben. Die Aktivitäten in den Märkten Energie und allgemeine Industrie werden laut Prognosen wie bisher weiterlaufen. Angesichts der günstigen Entwicklungen in bestimmten Regionen (wie Nord-, Mittel- und Südamerika) dürfte sich im Wassermarkt eine weitere Belebung einstellen. Einige Wachstumschancen sind in der Region Asien-Pazifik gegeben, während die restlichen Länder auf vergleichbaren Niveaus bleiben dürften.

Rotating Equipment Services: Gezielte Akquisition und gestiegener Bestellungseingang

Gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres legte der Bestellungseingang auf bereinigter Basis signifikant um 8,0 Prozent zu. Der Öl- und Gasmarkt war insbesondere in Nord-, Mittel- und Südamerika stark und zeigte sich in Europa, dem Nahen Osten und Afrika positiv. Der Energiemarkt in Europa blieb schwach. Verglichen mit den ersten sechs Monaten des Vorjahres blieb der Umsatz auf bereinigter Basis auf gleichem Niveau. Die Verzögerung von Projekten in Nord-, Mittel- und Südamerika wurde teilweise durch gestiegene Umsätze in der Region Asien-Pazifik wettgemacht. Das bereinigte Betriebsergebnis legte moderat zu. Derzeit laufen Massnahmen, um die Geschäftsentwicklung weiter zu steigern. Die Umsatzrendite blieb auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2013.

Im ersten Quartal dieses Jahres schloss Sulzer mit der China Huadian Corporation eine Joint-Venture-Vereinbarung über den Service von Gasturbinen. Durch diese Partnerschaft verschafft sich Sulzer eine solide Ausgangslage für weitere Aufträge an diesem rasch wachsenden Markt. Im Juni akquirierte Sulzer das in Houston im US-Bundesstaat Texas ansässige Unternehmen Grayson Armature. Grayson Armature ergänzt das Portfolio der Division im elektromechanischen Servicebereich in der wichtigen amerikanischen Golfküstenregion. Diese Übernahme unterstützt die Strategie, umfassende Services anzubieten.

Für die Märkte Öl und Gas, Energie und Wasser wird mit einem moderaten Wachstum gerechnet. Die Energiebranche dürfte im gesamten Jahr auf ihrem gegenwärtigen Niveau bleiben. Die Division rechnet mit einem geringfügigen Wachstum in den allgemeinen Industriemärkten. Rotating Equipment Services erwartet ein gewisses Wachstum in Nordamerika, das vom Schiefergas-Boom gestützt wird. Für Europa wird eine anhaltende Schwäche prognostiziert. Für Asien-Pazifik und insbesondere China ist ein gewisses Wachstum zu erwarten.

Chemtech: Geringerer Bestellungseingang und höhere Umsatzrendite

Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ging der Bestellungseingang auf bereinigter Basis um 10,0 Prozent zurück. Hauptgründe für diese Entwicklung waren die aufgrund von Verzögerungen bei einigen Grossprojekten rückläufigen Auftragszahlen in der Geschäftseinheit Process Technology sowie die geringere Nachfrage in der Geschäftseinheit Mass Transfer Technology. Die Aktivitäten im Markt für die Weiterverarbeitung von Öl und Gas (Downstream) blieben auf dem Vorjahresniveau. Die Nachfrage in den allgemeinen Industriemärkten stabilisierte sich auf hohem Niveau. Nord-, Mittel- und Südamerika verbuchten einen regen Bestellungseingang im Tower-Field-Service-Geschäft. Europa und Asien-Pazifik blieben dagegen hinter den Zahlen des Vorjahreszeitraums zurück. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum stieg der bereinigte Umsatz leicht. Das bereinigte Betriebsergebnis verbesserte sich gegenüber den ersten sechs Monaten 2013 signifikant um 18,6 Prozent. Grund waren die positiven Beiträge der Geschäftseinheiten Sulzer Mixpac Systems und Mass Transfer Technology. Die Umsatzrendite stieg signifikant von 9,6 Prozent im ersten Halbjahr 2013 auf 11,2 Prozent im gleichen Zeitraum dieses Jahres. Unterstützt wurde die Entwicklung durch anhaltende operative Verbesserungen in allen Geschäftseinheiten.

Sulzer akquirierte die Firma aixfotec GmbH, um die technologische Führungsposition sowie die Position der Division als Systemanbieter für die Kunststoffverarbeitung zu stärken. Darüber hinaus erweitert Chemtech die Produktionseinrichtungen in Schanghai, um vom wachstumsstarken asiatischen Markt für Zweikomponentenmisch- und -austragssysteme zu profitieren.

Für das Gesamtjahr erwartet die Division eine Stabilisierung des Öl- und Gasmarkts auf hohem Niveau. Die allgemeinen Industriemärkte dürften stabil bleiben und einige Wachstumschancen bieten. Wachstumsmotoren werden voraussichtlich Nord-, Mittel- und Südamerika sein. Die Marktaktivitäten in den restlichen Ländern dürften auf dem gegenwärtigen Niveau bleiben.

Bild: Sulzer

Quelle: Sulzer

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