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27.02.2014

Deutlicher Anstieg des Ergebnisses

Georg Fischer erzielte im Jahr 2013 einen Umsatz von CHF 3 766 Mio., was einem nominalen Wachstum von 1 Prozent entspricht. Bereinigt um die Veränderungen im Konsolidierungskreis und um die Währungseinflüsse ergibt sich auf vergleichbarer Basis ein Wachstum von 2 Prozent.

Nach einem schwachen ersten Quartal erholten sich die Verkäufe insbesondere im zweiten Halbjahr mit einem Wachstum von 4 Prozent. Gründe dafür waren verbesserte Marktbedingungen, aber auch Marktanteilsgewinne.

Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich um 13 Prozent auf CHF 251 Mio. aufgrund besser ausgelasteter Werke in der zweiten Jahreshälfte sowie Personalkosten auf Vorjahresniveau. Die EBIT-Marge wuchs von 6,0 Prozent auf 6,7 Prozent und der Ertrag auf das eingesetzte Kapital (ROIC) stieg von 15,7 Prozent auf 16,7 Prozent. Alle drei Divisionen trugen zur Steigerung der Profitabilität bei und verzeichneten jeweils einen deutlich über den Kapitalkosten liegenden ROIC. Der freie Cashflow vor Akquisitionen stieg um 76 Prozent auf CHF 174 Mio. Dies ist auf einen höheren Gewinn zurückzuführen, aber auch auf das Nettoumlaufvermögen, das auf Vorjahresniveau blieb, sowie auf die Investitionsausgaben, die leicht zurückgingen.

Die Zahl der Mitarbeitenden erhöhte sich um 654 auf 14 066 überwiegend infolge der Akquisition von Hakan Plastik (Türkei) im Juli 2013.Das Konzernergebnis verbesserte sich um 5 Prozent auf CHF 145 Mio. nach Abzug eines einmaligen, außerordentlichen Aufwands von CHF 26 Mio. durch den Verkauf des Kokillenguss-Geschäfts von GF Automotive.

Unter Berücksichtigung des oben erwähnten Einmaleffekts betrug der Gewinn je Aktie CHF 34. Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung eine Dividende von CHF 16 (CHF 15 im Jahr 2012) vorschlagen.

Signifikante Fortschritte bei der Umsetzung der Strategie

Die im Juli 2013 erfolgte Übernahme von Hakan Plastik, einem führenden türkischen Produzenten von Kunststoff-Rohrleitungssystemen mit einem Jahresumsatz von CHF 100 Mio., eröffnet GF Piping Systems eine starke Präsenz in der Türkei, im Mittleren Osten und in Osteuropa sowie eine breite Palette ergänzender Produkte. Diese werden künftig durch die gesamte Vertriebsorganisation von GF Piping Systems verkauft. Durch die Veräusserung des Kokillenguss-Geschäfts in Herzogenburg (Österreich) Anfang 2014 kann sich GF Automotive auf ihr Kerngeschäft im Eisen-Sandguss sowie im Aluminium- und Magnesiumdruckguss fokussieren.Das zum Jahresbeginn angekündigte Kostensenkungsprogramm über CHF 25 Mio. wurde vollständig umgesetzt, und zeigte bereits im Ergebnis des zweiten Halbjahres Wirkung. Voll zum Tragen kommen wird es aber erst in 2014.

Alle drei Divisionen haben Umsätze und Betriebsergebnisse gesteigert

GF Piping Systems erzielte eine Umsatzsteigerung um 8 Prozent auf CHF 1 402 Mio., wovon 5 Prozent auf Akquisitionen und 3 Prozent auf organisches Wachstum zurückzuführen sind. Ein langer und kalter Winter belastete den Umsatz in Europa in den ersten vier Monaten, was aber durch einen Umsatzanstieg ab Mai, insbesondere in Asien, ausgeglichen wurde.

Das Geschäft mit Industrieanwendungen erholte sich in der zweiten Jahreshälfte in allen Regionen. Im Bereich Haustechnik wurde dank neuer Produkte in Europa und einer gewachsenen Kundenbasis in China ein signifikantes Plus erzielt. Im Bereich Versorgung blieb der Umsatz in Europa verhalten, in Nord-/Südamerika und in Asien stieg er hingegen deutlich.

Aufgrund der Übernahme von Hakan Plastik und eines stärkeren Wachstums in Asien und Nordamerika trugen die ausserhalb Europas erzielten Verkäufe rund 60 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Die Division steigerte ihr Betriebsergebnis um 4 Prozent auf CHF 141 Mio. dank einer besseren Auslastung der Werke und trotz negativer Währungseffekte in der Türkei, in Indien, Japan und Brasilien.

GF Automotive erfuhr aufgrund des Verkaufs ihres Aluminium-Sandgussgeschäfts in Deutschland Ende 2012 einen nominalen Umsatzrückgang um 5 Prozent auf CHF 1 498 Mio. Das organische Wachstum lag bei 1 Prozent. Der chinesische Automobilsektor verzeichnete erneut ein zweistelliges Wachstum. Die beiden Werke von GF Automotive in China waren voll ausgelastet. dagegen folgte der europäische Pkw-Markt insbesondere im ersten Halbjahr weiterhin einem Abwärtstrend. Die Division konnte jedoch in der zweiten Jahreshälfte in Europa ihren Umsatz im Lkw-Segment erheblich steigern.

Einerseits erhöhten die Kunden im Vorfeld des Inkrafttretens der Euro-6-Norm ihre Produktion. Andererseits verzeichnete GF Automotive signifikante Gewinne von Marktanteilen bei der neusten Generation von Nutzfahrzeugen. Die Division steigerte ihr Betriebsergebnis um 32 Prozent auf CHF 70 Mio. Grund dafür waren eine bessere Auslastung der Werke im zweiten Halbjahr sowie die in der ersten Jahreshälfte eingeführten Kostensenkungen, die wirksam wurden. Die Kapazität der beiden chinesischen Produktionsstätten von GF Automotive wird ab 2015 um 50 Prozent gesteigert. In Singen (Deutschland) beginnen dieses Jahr die Bauarbeiten für eine neue, hoch moderne Produktionslinie für Lkw-Leichtbau-Komponenten. Durch den Ersatz zweier bestehender Fertigungslinien können Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit dieser wichtigen Produktionsstätte gesteigert werden. Die Bauarbeiten sollen Ende 2015 abgeschlossen sein.

GF AgieCharmilles wurde in GF Machining Solutions umbenannt. Der neue Name unterstreicht die Vielfalt des bestehenden Produktangebots, das die Bereiche Elektroerosion, Fräsen, Lasertexturierung und Automationslösungen umfasst. Die Division konnte in einem insgesamt verhaltenen Markt ihren Umsatz um 3 Prozent auf CHF 867 Mio. steigern dank ihres Erfolgs in weniger zyklischen Marktsegmenten wie Raumfahrt- und Medizinaltechnik sowie Smartphones.

Die Verkäufe in Europa und den USA erholten sich, während Länder wie Indien oder Brasilien, deren Währungen sich abgewertet hatten, von einem Nachfragerückgang betroffen waren. Im wichtigen chinesischen Markt verlief die Umsatzentwicklung relativ uneinheitlich, weil Unternehmen in Privatbesitz unter strengeren Finanzierungsbedingungen litten. Höhere Margen und eine gesteigerte Produktivität verhalfen der Division zu einem Anstieg des Betriebsergebnisses um 13 Prozent auf CHF 51 Mio.

An der EMO 2013 in Hannover (Deutschland) präsentierte GF Machining Solutions eigens auf ihre wichtigsten Marktsegmente adaptierte Produkte und dabei insbesondere neue Bearbeitungsmethoden mit Elektroerosionsmaschinen für die Produktion wichtiger Komponenten von Flugzeugtriebwerken, die bisherige teure Arbeitsprozesse ersetzen.

Finanzierung gesichert

Im August 2013 erfolgte die Emission von zwei Anleihen über je CHF 150 Mio. mit Laufzeiten von 5 bzw. 9 Jahren und Coupons von 1,5 Prozent bzw. 2,5 Prozent. GF nutzte das günstige Marktumfeld, um sich Mittel für die Ablösung der im September 2014 fälligen 4,5 Prozent-Anleihe über CHF 300 Mio., aber auch für die Finanzierung weiterer Akquisitionen zu beschaffen. Die Eigenkapitalquote betrug Ende 2013 31 Prozent.

Rechnungslegung und Ziele auf Swiss GAAP FER angepasst

GF hat ab dem Geschäftsjahr 2013 seinen Rechnungslegungsstandard von IFRS auf Swiss GAAP FER umgestellt. Um einen korrekten Vergleich mit 2013 zu ermöglichen, wurden die Zahlen für 2012 angepasst, wobei die Änderung des Rechnungslegungsstandards keine größeren Auswirkungen auf die Ergebnisse 2012 hat. Es ergibt sich lediglich ein leichter Anstieg des Betriebsergebnisses (EBIT) um CHF 1 Mio. auf CHF 222 Mio. Die größte Bilanzänderung betrifft den Goodwill, der mit dem Eigenkapital verrechnet wird. Dies führt per 1. Januar 2012 zusammen mit anderen Effekten zu einer Verringerung des Eigenkapitals um CHF 262 Mio.

Das Ziel, im 2015 einen ROIC von 15 Prozent zu erzielen, wurde angepasst, da nach Swiss GAAP FER der Goodwill vom eingesetzten Kapital abgezogen werden muss. Die neue Bandbreite liegt nun bei 16 Prozent bis 20 Prozent.

Bestätigung der mittelfristigen Ziele

Die Märkte bleiben zwar volatil, doch im zweiten Halbjahr haben einige für GF wichtige Märkte einen Aufwärtstrend erkennen lassen. Ein gutes Zeichen für 2014 ist der starke Auftragseingang bei GF Automotive und GF Machining Solutions. Darüber hinaus wird sich das Portfolio im 2014 dank der jüngsten Transaktionen mit jeweils rund 40 Prozent Umsatzanteil für GF Piping Systems und GF Automotive deutlich ausgewogener präsentieren. Dies bedeutet einen weiteren Meilenstein bei der Umsetzung der Strategie 2015.

Das Management von GF ist deshalb überzeugt, dass – unvorhersehbare Ereignisse ausgenommen – 2014 weitere Umsatz- und Gewinnsteigerungen möglich sind. Die Profita-bilitätsziele für 2015, ein ROIC von 16 Prozent bis 20 Prozent und eine EBIT-Marge von über 8 Prozent, werden bestätigt.

Quelle: Georg Fischer

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