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10.09.2013

Söndgerath Pumpen: Raintower als Kunstinstallation zur Ruhrtriennale

Spricht man von Wasser, so verbindet man damit im Regelfall unser wichtigstes Lebensmittel. Auch in vielen Industrie- und Produktionsbereichen wird das Medium genutzt. Es gibt eine Vielzahl von Anwendungs- und Nutzungsmöglichkeiten. Wasser als Kunstwerk kommt hingegen weniger häufig vor, wenn man von Eisskulpturen und Brunnenanlagen einmal absieht. Etwas völlig Neues hat eine englische Künstlergruppe im Rahmen der Ruhrtriennale auf der Zeche Zollverein geschaffen.

Das bis 1986 betriebene Steinkohlebergwerk ist heute ein Industriedenkmal. Seit 2001 gehört es zum Weltkulturerbe der UNESCO. Hier entstand auf Schacht XII am Kokskohlebunker die Installation „Raintower“. Die „Wände“ des monolithischen Bauwerkes werden von unzähligen Wassertropfen gebildet, die aus ca. 20 m Höhe zu Boden fallen. Es entstand die optische Simulation eines Turmes. Geschaffen wurde das Kunstwerk von einer Künstlergruppe aus London, die sich rAndom International nennt. Sie ist bekannt für Kunstinstallationen, die überwiegend auf Licht und Bewegung basieren. Im Gegensatz zur soliden, statischen Architektur der ehemaligen Zeche, besteht der vergängliche Turm aus Wasser.

Eine optische Illusion mit viel Technik im Hintergrund
Um die optische Illusion eines Turmes aus Wasser zu erschaffen, bedarf es einer ausgefeilten Technik. Die gesamte Anlage besteht im Wesentlichen aus drei Baukomponenten:
  • Einer Stahlkonstruktion in ca. 20 m Höhe, die am Turm des Kokskohlebunkers befestigt ist.
  • einem Wasserauffangbecken in den Abmessungen 12x12x1,40 m Höhe, sowie
  • einer Pumpenanlage mit Verrohrung die dafür sorgt, dass das Wasser aus dem Auffangbecken zur Stahlkonstruktion gefördert wird.

Diese Konstruktion ragt etwa 10 Meter in die freie Fläche vor dem Kohlenbunker heraus. Sie sorgt damit für den notwendigen Abstand zwischen Wasser- und Gebäudewand. Angeschlossen an den „Abstandhalter“ ist eine weitere Stahlkonstruktion in den Abmessungen 6x8 m. Aus ca. 600 Düsen wird Wasser mit rund 1,0 b Wasserdruck gleichmäßig versprüht. Der zu Boden fallende vierseitige Wasserfall vermittelt so den Eindruck eines dreidimensionalen Gebildes. Eine besondere Herausforderung war es hierbei die Balance zwischen der klaren Struktur der Wasserwände und dem dazu notwendigen Wasserdruck zu finden. Durch die vorhandene Fallhöhe von ca. 20 m kann es zu Verwehungen kommen. Der Wasserturm verschiebt sich und bildet keine geraden sondern schräge Seitenwände. Dieser Effekt ist nicht erwünscht. Daher bedurfte es einer genauen Abstimmung zwischen der benötigten Wassermenge, dem Wasserdruck an den Düsen und der Düsenkonstruktion selbst. Um die Illusion aufrecht zu erhalten, werden rund 26.000 Liter Wasser in der Minute benötigt. Fallgeschwindigkeit und -höhe bedingen, dass jeder Wassertropfen von der Düse bis zum Boden etwa 2 bis 3 Sekunden benötigt. Wird der Wasserfluss unterbrochen, löst sich der Turm von oben nach unten auf. Das herabfallende Wasser wird in einem Auffangbecken von 12x12x1,40 m aufgenommen. Das Becken besteht aus einer Stahlunterkonstruktion als Stütze. Die Seitenwände werden durch Schalplatten gebildet, die im Inneren mit einer PE-HD Matte ausgekleidet sind.

Da die Komponente begehbar ist, wird die Abdeckung nach oben durch feinmaschige Stahlsegmente gebildet. Sie sind in der Lage einerseits das niederstürzende Wasser durch zu lassen, anderseits aber auch um Besuchergruppen aufzunehmen, die sich dann innerhalb des Towers befinden. Ursprünglich war geplant, als Medium Grubenwasser zu verwenden. Da sich das aus hygienischen Gründen nicht umsetzen ließ, griff man auf herkömmliches Leitungswasser zurück. Die Verluste aus Verschleppung und Verdunstung liegen bei ca. 20 bis 25 Prozent pro Tag und werden durch Zuleitung aus dem öffentlichen Netz ausgeglichen. Grundsätzlich ist es aber beabsichtigt, einen geschlossenen Wasserkreislauf zu bilden.

Um das zu erreichen, ist eine dritte Komponente nötig: Die Pumpentechnik mit Zuleitungen vom Auffangbecken bis zur Stahlkonstruktion mit den Sprühdüsen. Bei den Pumpen handelt es sich um vier SPT-Schmutzwasser-Tauchmotorpumpen von Söndgerath. Sie sind in der Lage, die benötigten 440 Liter Wasser pro Sekunde in 20 m Höhe zu fördern und den gewünschten Wasserdruck aufrecht zu erhalten. Die Verbindungsrohre aus PVC leiten das geförderte Wasser am Kokskohlenbunker hoch in die Stahlkonstruktion. Besucher haben nun die Möglichkeit das Spektakel von Weitem zu betrachten oder das Innere des Wasserturms zu betreten. Spektakulär ist es besonders bei Dunkelheit, wenn durch den Einsatz von Licht ein ganz besonderer optischer Effekt erzielt wird. Das niederstürzende Wasser verursacht dabei Geräusche wie bei einem Starkregen. Wasser, Licht und Geräuschkulisse erzeugen eine eindrucksvolle Stimmung und ziehen die Besucher in ihren Bann.

Tauchmotorpumpen von Söndgerath sicher und zuverlässig
SPT-Tauchmotorpumpen sind für den sofortigen Einsatz konzipiert. Das geringe Gewicht und der gekapselte Motor gewährleisten eine einfache Installation und einen sicheren, störungsfreien Betrieb. Die Pumpen können problemlos im Wasser befindliche Schmutzpartikel fördern und sind betriebssicher im Schlürfbetrieb und Trockenlauf. Sie eignen sich daher in besonderer Weise für die Aufgabenstellung am Raintower. Bei variierenden Wasserständen muss die Installation nicht den jeweiligen Saughöhen angepasst werden. Der eingebaute Motorschutz schützt nicht nur den Motor sondern sorgt auch für eine automatische Wiederanlauffunktion. Der Kühlmantel aus Edelstahl und eine effektive Wärmeableitung garantieren eine absolute Trockenlaufsicherheit sowie einen Auftauchbetrieb bei Volllast. Auch unter außergewöhnlichen Betriebsbedingungen wird durch die doppelte Gleitringdichtung eine effektive Abdichtung und damit eine hohe Zuverlässigkeit gewährleistet. Die Schmutzwasser-Tauchmotorpumpen sind flexibel einsetzbar. Sie können in jeder Position – vertikal, horizontal oder über Kopf – betrieben werden. Völlig problemlos ist die Wartung: Durch die modulare Bauweise sind Bauteile unter verschiedenen Typen austauschbar. Die Pumpen sind in der Lage, problemlos die gewünschte Förderhöhe und –menge zu erbringen.

Eckdaten Pumpentechnik:
Bezeichnung: Schmutzwasser-Tauchmotorpumpe
Motorleistung: 39,5 kW
Anzahl: 4 Stück
Gewicht: 270 kg
Bauart: Elektrische Tauchmotorpumpe mit Doppelmantel
Tauchtiefe: max. 20 m
Wellendichtung: doppelte Gleitringdichtung
Maximale Leistung: bei 20 m Förderhöhe 120l/sec

Schlussbetrachtung
Immer dann wenn Flüssigkeiten transportiert bzw. gefördert werden müssen, steht Pumpentechnik im Hintergrund. Ohne sie wäre ein Leben – wie wir es kennen – undenkbar. Da Pumpen aber häufig ein sehr verstecktes Dasein führen, fällt ihre Arbeit nicht sofort ins Auge. Damit besteht häufig die Gefahr die Technik falsch einzuschätzen. Tatsache ist, dass für die jeweilige Aufgabenstellung Lösungen gefunden werden müssen, bei der die Pumpen an der richtigen Stelle eingesetzt werden können. Letztlich gilt das auch für die Kunstinstallation auf der Zeche Zollverein. Der Raintower hätte ohne den Einsatz der vier speziellen Tauchmotorpumpen nicht entstehen können. Die Gruppe rAndom International hat verschiedene Versuche mit unterschiedlichen Techniken und auch mit verschiedenen Pumpen durchgeführt um diese perfekte Illusion zu schaffen. Es muss also nicht eine Pumpe an der richtigen Stelle sein, sondern die richtige Pumpe an der richtigen Stelle.

Quelle: Söndgerath Pumpen

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