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16.12.2011

Fertigpumpstationen: Innovatives Feststofftrennsystem für die Abwasserentsorgung

Wilo hat ein innovatives Feststofftrennsystem (FTS) für die Abwasserentsorgung entwickelt. Es bewährt sich in „Wilo-Emuport“-Fertigpumpstationen bei der Förderung von Abwasser im industriellen und kommunalen Bereich.

Das System setzt neue Maßstäbe bei Betriebssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Komfort. Denn es sorgt dafür, dass die Pumpen beim Pumpvorgang nicht mehr mit den im Abwasser vorhandenen Feststoffen wie Hygienetüchern aus Zellstoff in Berührung kommen. So werden Verstopfungen vermieden, die kostenintensive Serviceeinsätze oder auch einen vorzeitigen Ausfall der Pumpen verursachen können. Das führt zu einer deutlich höheren Lebensdauer der Pumpen. Gleichzeitig steigert das System die Zuverlässigkeit der Anlage.

Mit einem maximalen Durchmesser von 3,60 Metern können die „Wilo-Emuport“-Fertigpumpstationen auch einen großen Zulauf von 600 m³/h mühelos bewältigen. Hierfür werden „Wilo-EMU FA“-Pumpen eingesetzt, die eine maximale Förderhöhe von bis zu 65 Metern erreichen. Die Einbautiefe ist variabel und richtet sich nach dem Kundenwunsch. Es wurden nach Herstellerangaben bereits Stationen mit einer Tiefe von 12 m und mehr realisiert. Bei den Schachtabdeckungen reicht das Lieferspektrum von begehbaren Ausführungen mit Entlüftungshaube bis hin zur Abdeckung der Klasse D, die gemäß DIN EN 752 eine Befahrbarkeit für Schwerlastverkehr mit einem Prüfdruck von 400 kN (40 Tonnen) definiert. Zur Begehbarkeit der Schachtpumpstation stehen Leiter, Zwischenpodest sowie geradläufige bzw. Wendeltreppe aus Edelstahl zur Auswahl.

Das Feststofftrennsystem selbst ist eine Doppelpumpenanlage, in der die Pumpen wechselseitig betrieben werden. Jeder Pumpe ist ein eigener Feststofftrennbehälter vorgeschaltet. Während des Füllvorgangs steht die Pumpe still und das zuströmende Abwasser fließt zunächst in den Feststofftrennbehälter. Feststoffe werden dabei von Trennklappen zurückgehalten und somit „ausgefiltert“. Es durchfließt also nur auf diese Weise vorgereinigtes Abwasser die ausgeschaltete Pumpe und gelangt in einen Sammelbehälter. Mit steigendem Wasserstand schwimmen Absperrkugeln im Sammelbehälter auf. Sie verschließen, sobald der Wasserstand ein bestimmtes Niveau erreicht hat, automatisch den Zulauf.

Zeitgleich startet die Pumpe. Hierdurch ändert sich die Fließrichtung im Feststofftrennbehälter. Die Pumpe fördert das vorgereinigte Abwasser aus dem Sammelbehälter durch den Feststofftrennbehälter. Das Abwasser befördert also die „ausgefilterten“ Feststoffe in die abgehende Druckrohrleitung, ohne dass sie zwischenzeitlich mit der Pumpe in Berührung gekommen sind. So können diese auch keine Verstopfungen in der Pumpe verursachen.

Beendet wird der Pumpvorgang ebenfalls niveauabhängig. Die Absperrkugel im Feststofftrennbehälter senkt sich ab und gibt den Weg für einen neuen Füllvorgang frei. Der Wechsel von der einen zur anderen Pumpe und damit zwischen den beiden Feststofftrennbehältern erfolgt jeweils automatisch, wenn der Sammelbehälter leer ist. Bei starken Zulaufsituationen schaltet die Anlage automatisch die Pumpen nach einer definierten Laufzeit um und vermeidet dadurch eine Überfüllung des Feststofftrennbehälters mit Feststoffen.

Durch diese innovative Technologie von Wilo passiert nur Wasser ohne grobe Feststoffe die Pumpenhydraulik. Somit kann der Kugeldurchgang der Pumpen deutlich kleiner gewählt werden. Entsprechend verbessert sich der hydraulische Wirkungsgrad der Pumpe, wodurch der Pumpenmotor weniger Leistung aufnimmt. Abhängig vom jeweiligen Einsatzfall lassen sich die Stromkosten auf diese Weise deutlich reduzieren.

Ein weiterer Vorteil ist die Wartungsfreundlichkeit der Anlage, da sie in Trockenaufstellung betrieben wird. Der Pumpenraum bleibt also trocken, sauber und geruchsfrei, woraus hygienische Bedingungen für Wartung und Montagearbeiten resultieren. Zudem sind alle mechanischen Bauteile bequem von außen zu erreichen, was den Zeitaufwand im Wartungsfall erheblich reduziert.

Mit der neuen „Wilo-DrainLift FTS“-Abwasserhebeanlage steht das Feststofftrennsystem jetzt auch in einer modifizierten Form für den Einsatz in größeren Wohn-, Gewerbe- oder auch Industrieobjekten zur Verfügung.


Bild: Funktionsschema des Feststofftrennsystems: Herzstück sind die Feststofftrennbehälter, die das zuströmende Abwasser auf dem Weg in einen Sammelbehälter durchfließt. Während die Feststoffe von Trennklappen zurückgehalten und so „ausgefiltert“ werden, durchfließt nur das auf diese Weise vorgereinigte Abwasser die ausgeschaltete Pumpe und gelangt in einen Sammelbehälter. Beim Pumpvorgang in umgekehrter Richtung wird das Abwasser mitsamt der „ausgefilterten“ Feststoffe in die abgehende Druckrohrleitung befördert, ohne dass diese zwischenzeitlich mit der Pumpe in Berührung gekommen sind.

Quelle: Wilo

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