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20.09.2010

Michael Schütze erhält Cavallaro-Medaille 2010

Die European Federation of Corrosion hat bekanntgegeben, dass Professor Michael Schütze mit der Cavallaro-Medaille der Universität Ferrara ausgezeichnet wird.

Diese Ehrung wird alle zwei Jahre anlässlich der EUROCORR-Konferenz an Wissenschaftler verliehen, die einen besonders herausragenden Beitrag zur Korrosionsforschung geleistet haben. Die Medaille wurde im Rahmen der Eröffnungszeremonie der EUROCORR 2010, des wichtigsten europäischen Korrosions-Kongresses, am 14. September 2010 in Moskau überreicht.

Michael Schütze erhält die Medaille für seine Arbeiten in der Forschung und Standardisierung und seine zahlreichen Veröffentlichungen zur Hochtemperaturkorrosion. Er leitet das Karl-Winnacker-Institut der DECHEMA e.V. in Frankfurt am Main.

Er gehörte zu den ersten Wissenschaftlern, die den Halogeneffekt auf die Widerstandsfähigkeit intermetallischer Titanaluminide gegen Oxidation entdeckten. Über die letzten zwei Jahrzehnte hat er ein umfassendes wissenschaftliches Verständnis und ein Modell für dieses ungewöhnliche, aber sehr effiziente Phänomen zum Oxidationsschutz entwickelt. Das Modell wird seit kurzem auch auf Nickel-basierte Legierungen angewendet. Er entwickelte das Konzept eines Quasi-Stabilitäts-Diagramms, mit dem flüchtige Korrosionsprodukte beschrieben werden können. Dieses Diagramm wurde inzwischen auf komplexe Systeme übertragen, bei denen Gase über Werkstoffflächen strömen, wie es bei industriellen Anwendungen der Fall ist.

Seine jüngsten Forschungsaktivitäten konzentrieren sich auf Hochtemperaturkorrosionsschutz ohne die Bildung von Schutzschichten (passive Oxidschichten). Damit soll der Zerfall aggressiver Verbindungen und die Aufnahme von Elementen in das Metall bei der "Vergiftung" katalytischer Oberflächen verhindert werden. Erste vielversprechende Ergebnisse wurden mit Blick auf den Schutz vor Coking und Metal Dusting erzielt.

Michael Schütze wurde 1952 geboren und studierte von 1972 bis 1978 Materialwissenschaften an der Universität Erlangen-Nürnberg. Anschließend ging er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Karl-Winnacker-Institut der DECHEMA. Er promovierte an der RWTH Aachen und habilitierte sich 1991. 1998 erhielt er eine Professur an der RWTH Aachen. 1996 wurde Michael Schütze zum Leiter des Karl-Winnacker-Instituts ernannt. Er wurde unter anderem mit dem Friedrich-Wilhelm-Preis, der Rahmel-Schwenk-Medaille und dem Otto-von-Guericke-Preis ausgezeichnet. Er war Chairman der Gordon Research Conference on Corrosion und ist Herausgeber der Zeitschrift Materials and Corrosion. Michael Schütze war von 2005 bis 2009 Präsident der EFC und von 2007 bis 2010 Präsident der World Corrosion Organisation (WCO). Außerdem ist er seit 1998 Vorsitzender der EFC Working Party on Corrosion by Hot Gases and Combustion Products.

Cavallaro-Medaille: 1965 stiftete die Universität Ferrara eine Goldmedaille zum Gedenken an Professor Leo Cavallaro, den Gründer des "Aldo Dacco"-Forschungszentrums für Korrosion, eines An-Institutes des Chemischen Instituts der Universität Ferrara. Die Medaille wird unter der Schirmherrschaft der European Federaton of Corrosion alle zwei Jahre vergeben.

Quelle: Dechema

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