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13.07.2005

SKF Gruppe gewinnt Marktanteile

Der Jahresumsatz der SKF Gruppe belief sich im Geschäftsjahr 2004 auf 44,826 Mrd. SEK (ca. 4,96 Mrd. Euro) und lag damit um knapp 12 Prozent über dem Vorjahresergebnis von 41,377 Mrd. SEK (ca. 4,58 Mrd. Euro). In Deutschland erzielte die Unternehmensgruppe im letzten Geschäftsjahr ein im Branchenvergleich deutlich überproportionales Wachstum ...

...und steigerte ihren Umsatz um ca. 15 Prozent von 7,906 Mrd. SEK (ca. 875 Mio. Euro) in 2003 auf 9,056 Mrd. SEK (1,0 Mrd. Euro). SKF konnte damit auch 2004 in Deutschland Marktanteile hinzugewinnen.

Von dem um insgesamt 1,15 Mrd. SEK (ca. 127 Mio. Euro) gesteigerten Umsatzvolumen in Deutschland stammten 875 Mio. SEK (ca. 97 Mio. Euro) aus organischem Wachstum. Die Willy Vogel AG, Berlin, die 2004 übernommen wurde, trug mit 275 Mio. SEK (ca. 30,45 Mio. Euro) zur Umsatzausweitung bei. Ohne diesen Umsatz hätte der Zuwachs der SKF Gruppe in Deutschland rund 11 Prozent betragen und wäre auch so deutlich über der allgemeinen Marktentwicklung gelegen.

SKF konnte in nahezu allen Geschäftsbereichen Zuwächse erzielen. Wesentliche Impulse lieferten im vergangenen Geschäftsjahr der boomende Nutzfahrzeug-Sektor sowie der allgemeine Maschinen- und Anlagenbau und hier speziell die Windenergiebranche.

Im Nutzfahrzeug-Bereich konnte die SKF GmbH Rekordumsätze verzeichnen. Im Vergleich zur allgemeinen Marktentwicklung lag der Zuwachs bei SKF doppelt so hoch. Auch im Maschinen- und Anlagenbau konnte ein gegenüber der allgemeinen Marktentwicklung doppelt so hoher Umsatz verzeichnet werden. Als ein weiterer Wachstumsmotor erwies sich auch 2004 die Windenergiebranche. Hier hat sich die SKF Großlagerproduktion in Schweinfurt aufgrund höchst innovativer Produkte und Produktionsprozesse bei namhaften Kunden als Entwicklungspartner bzw. Hauptlieferant durchgesetzt.

Ein Beispiel dieser erfolgreichen Entwicklungspartnerschaften ist die größte Windanlage der Welt, die 5M der REpower Systems AG. Diese 5-Megawatt-Anlage, die in Brunsbüttel errichtet wurde, kann bei Vollauslastung rund 5 000 Haushalte mit Strom versorgen. Ihre Dimensionen sind gigantisch: sie misst vom Boden bis zur obersten Flügelspitze 183 Meter - und ist damit höher als der Kölner Dom (157 Meter). Auch der Rotordurchmesser mit 126 Meter setzt neue Maßstäbe. SKF lieferte die Lager für den gewaltigen Rotor der Anlage. Die außergewöhnlichen Dimensionen der Lager zwangen SKF zur Konstruktion eines neuen Induktions-Anwärmgeräts zum Erwärmen der Lager und der 8 000 kg schweren Lagergehäuses vor dem Einbau. Darüber hinaus konstruierte SKF ein neuartiges Sicherungssystem, die SKF HMS-Wellenmutter. Für weitere 5M-Anlagen ist auch der Einsatz der Online-Fernüberwachungssystems SKF WindCon geplant.

Ein Schwerpunkt der Aktivitäten im Produktionsbereich der SKF GmbH in 2004 war die Verlagerung eines Teils der Gleitlagerfertigung von Püttlingen nach Schweinfurt. SKF hatte sich 2003 entschlossen, den Standort Püttlingen zu schließen. Starker Wettbewerbsdruck auf der einen Seite sowie hohe Produktionskosten am Standort Püttlingen auf der anderen Seite verhinderten die Erreichung der zu seiner langfristigen Sicherung erforderlichen Rentabilität. Im Lauf des Jahres 2004 wurden die Maschinen von Püttlingen nach Schweinfurt transferiert. Ende 2004 konnte die Produktion in Schweinfurt anlaufen.

Die Produktion in Deutschland hat gegenüber anderen Ländern schwierige Rahmenbedingungen. Vor diesem Hintergrund müssen die Unternehmen alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um schneller, besser und unkomplizierter auf Kundenanforderungen reagieren zu können. Um die deutschen Produktionsstandorte auch für die Zukunft zu sichern, müssen nachhaltige Anstrengungen unternommen werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Dies geschieht zum einen durch die Optimierung der Produktion sowie durch die Entwicklung neuer innovativer Produkte. Im Juli 2004 hat SKF sämtliche Anteile der Willy Vogel AG und deren Tochtergesellschaften übernommen. Vogel ist Marktführer im Bereich Zentralschmierungssysteme sowie Spezialanbieter für Flüssigkeitspumpen zur Förderung industrieller Medien. Mit dieser Akquisition legte SKF die strategische Basis für eine neue, zukunftsorientierte Unternehmens-Plattform 'Schmiersysteme'. SKF verfügt damit über fünf Plattformen: Wälzlager und Wälzlagereinheiten, Dichtungen, Mechatronik, Dienstleistungen und Schmiersysteme.

Dieses vielfältige Produkt- und Dienstleistungsangebot bietet den Kunden im Beschaffungsprozess Vorteile und eröffnet SKF gerade auch in Deutschland Wachstumspotenzial. So konnte die Schweinfurter Spindelabteilung gemeinsam mit Vogel ein neues Sortiment von Werkzeugmaschinenspindeln mit automatischem Schmiersystem entwickeln. Die Stützlager der neuen SKF Spindeln werden stetig mit der erforderlichen Minimalmenge Schmierstoff versorgt. Innovative Ölsensoren zeigen jederzeit das Vorliegen oder Fehlen von Schmieröl an. Für den Kunden bedeutet das ein optimiertes Spindelsystem mit besserer Bearbeitungsleistung, größerer Zuverlässigkeit, wesentlich geringerem Schmierstoffverbrauch und höherer Produktivität.Für das Geschäftsjahr 2005 ist SKF optimistisch. Das von der SKF GmbH im ersten Quartal erzielte Ergebnis lässt trotz eines allgemein enttäuschenden Konjunkturverlaufs und einer inzwischen revidierten Konjunkturannahme für das Gesamtjahr noch keine negative Auswirkung auf die Ergebniserwartung erkennen.

Von großer Tragweite für Schweinfurt wird die im September dieses Jahres anstehende Entscheidung des Stadtrats über die geplante 'City-Galerie' auf dem SKF Grundstück an der Schrammstraße. Der Investor ECE ist mit 80 innerstädtischen Shopping-Centern Marktführer in Europa. Durch die verkehrgünstig gelegene City-Galerie würde das Oberzentrum Schweinfurt an Attraktivität, Ausstrahlungs- und Anziehungskraft enorm gewinnen. Auch ist die wirtschaftliche Bedeutung nicht zu unterschätzen und stellt für die Stadt Schweinfurt eine einmalige Chance dar. Neben den zusätzlichen finanziellen Mitteln, die in die Stadt fließen würden, würden auch zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen. SKF stellt das Grundstück an der Schrammstraße zur Verfügung, da das Unternehmen dieses Grundstück nicht mehr nutzen wird. Die Sanierung und anschließende Nutzung der heutigen Industriebrache als Einkaufsgalerie würde die gesamte Innenstadt Schweinfurts bereichern.

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